10 Dinge, die Du über das Schlafen wissen solltest

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Babys sollen im selben Zimmer wie die Eltern schlafen

Das ist die offizielle WHO-Bestimmung, die besagt, dass das Kind zwar in einem von den Eltern getrennten Bett aber eben im selben Raum wie die Eltern schlafen soll.

 

Durchschlafen bedeutet: 5 Stunden und mehr

Schlafentzug ist eine wirkich doofe Begleiterscheinung des Elterndaseins, aber die Sorge, dass das Kind einfach nie durchschläft, ist unbegründet. 5 Stunden am Stück schlafen bedeutet laut Definition Durchschlafen. Das ist leider meist zwischen 19 und 2 Uhr, die Eltern gehen aber erst um 11 Uhr ins Bett. Also einfach mit dem Kind schlafen gehen und der Schlafmangel ist bald nicht mehr ganz so schlimm. Übrigens: Die Durchschlaferwartungen in Indien liegen bei 5, in Kamerun bei 3,5 Jahren.

 

Leichter Schlaf macht Kinder schlau

Kleine Babys wachen oft wieder auf und scheinen einen großen Teil der Zeit nur sehr leicht und unruhig zu schlafen. Diese Phase nennt man die REM-Phase und sie ist wichtig, um all die neuen Eindrücke zu verarbeiten und wichtige neuronale Bahnen zu „programmieren“. Diese Phasen helfen also deinem Baby Neues zu lernen und Gelerntes zu verarbeiten und zu festigen.

 

„Alleine schlafen“-müssen gibt es in vielen Ländern gar nicht

Sibylle Lüpold hat ihn ihrem Buch „ Ich will bei Euch schlafen“ sehr gut beschrieben, wie das Phänomen des „Durchschlafens“ eigentlich nur in den westlichen Industrieländern ein wirkliches Thema ist. Während zum Beispiel in Nordamerika erwartet wird, dass Kinder mit 3-5 Monaten durchschlafen, ist es in Costa Rica völlig normal, dass der Nachwuchs, bis er 6 Jahre alt ist, hin und wieder wach wird und nach den Eltern verlangt. Die Problematik „Durchschlafen“ gibt es in vielen Ländern einfach nicht.

 

Gesunde Schlafumgebung ist wichtig

Das Baby sollte nicht mehr als 2 cm in die Matratze einsinken; eine Luftzirkulation unterhalb der Matratze ist genauso wichtig, wie das Weglassen von Kuscheltieren, Schnullerketten oder Nestchen. Zieht die Babys kuschelig an und lasst den Raum kühl – idealerweise 15-18 Grad.

 

Co-Sleeping wird offiziell nicht empfohlen, aber..

…wenn ihr Euch doch dafür entscheidet, achtet darauf, dass das Kind neben der (am besten stillenden) Mutter und nicht in der Mitte zwischen Mutter und Vater schläft. Es sollte auf Kopfhöhe der Mutter gebettet werden sodass man es nachts nicht aus Versehen zudeckt.

 

Leichter Schlaf Bedeutet Überlebenssicherung

Früher, als wir noch nicht in kuscheligen Betten in sicheren Wohnung geschlafen haben, war es überlebensnotwenig, dass sich Babys mehrfach in der Nacht rückversicherten, dass sie noch in Sicherheit und nah bei der Mutter sind. Diesen Instinkt haben die meisten Babys heute noch verinnerlicht.

 

Schlaflernprogramme mit Vorsicht genießen

Es gibt viele unterschiedliche Schlaflernprogramme, um den Babys „beizubringen“, wie man richtig schläft. Das Baby schläft meist so, wie es die Natur vorhergesehen hat. Es will nah an der Mama sein, sich regelmäßig rückversichern, ab und zu ein bisschen Milch trinken (da das Hirnwachstum viel Energie kostet) und weiterschlafen, sobald es sich sicher fühlt und satt ist. Das kann natürlich für die Eltern nicht immer leicht sein. Leider basieren viele Schlafprogramme, wie „Jedes Kind kann schlafen lernen“ etwa, darauf, das natürliche Verhalten des Kindes zu brechen und es zu konditionieren etwas zu tun, was seinen Instinkten wiederspricht. Schlaflernprogramme bedeuten für das Baby erst Stress und dann Resignation. Versucht es stattdessen mit einer schönen Zubettgeh-Routine und versucht etwas an eurem Verhalten zu drehen.

 

Alkohol und Drogen gehören erst recht nicht ins Schlafzimmer

Es kann ja mal passieren, dass man beim runden Geburtstag der Oma einen Wein zu viel trinkt. Dann sollte man aber unbedingt darauf achten, dass das Kind nicht mit demjenigen zusammen im Bett schläft. Am besten man quartiert denjenigen in ein anderes Zimmer und lässt ihn ordentlich ausnüchtern. Das gilt auch für Raucher und Drogen im allgmeinen. All das hat nichts in der Nähe des Kindes zu suchen, erst recht nicht in seiner Schlafumgebung!

 

Die Zeiten der schlaflosen Nächte gehen auch wieder vorbei

Unvorstellbar, aber wahr: Es kommen auch wieder andere Zeiten! Wenn die Kinder länger schlafen als Du oder vielleicht sogar das Frühstück vorbereiten können. Wenn es mal wieder eine richtig doofe Nacht war, sollte man sich immer wieder beusst machen, dass auch diese Phase nicht ewig anhalten wird. Augen zu und durch!

 

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

2 Kommentare

  1. Linda
    Linda at | | Rückmeldung abgeben

    Ja, wohl nicht wenige Eltern sind verzeifelt wenn es um das Thema Babyschlaf geht 🙂 Danke für einen tollen Artikel, der zweifellos Licht ins Dunkel bringt. Und zum Glück, wird irgendwann die Nacht kommen, in welcher der Nachwuchs durchschläft 🙂

  2. Kolly Sabine
    Kolly Sabine at | | Rückmeldung abgeben

    Danke für diesen Artikel, besonders gefreut hat mich der Abschnitt über die „Schlaflernprogramme“. Unsere Kinder konnten lange nicht ohne mich einschlafen und mein Mutterinstinkt war so ausgebildet, dass ich es nicht schaffte (und auch gar nicht schaffen wollte), sie allein weinen zu lassen. Ich hatte deshalb ernsthaften Streit mit meinem Mann, der sagte, alle anderen machen es doch auch so. Und dann gab auch noch der Kinderarzt so unbrauchbare überholte Ratschläge wie „auf die Uhr schauen und so und so viele Minuten allein weinen lassen.“ Ich spürte immer, dass es für meine Kinder wichtig und richtig war, nicht auf ihn zu hören.
    Ich hoffe, dass in Zukunft auch in unserer Gesellschaft immer mehr Stimmen wie die Ihre laut geäussert und gehört werden.

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