10 Methoden Dein Kind vor Stress zu schützen

Ich habe neulich auf ahaparenting.com von Dr. Laura Markham einen wirklich netten Beitrag über Stress bei Erwachsenen und Kindern gelesen und dachte, es lohnt sich ihn zu übersetzen. Vor allem weil dies auch immer wieder Thema bei uns zu Hause ist. Wir sind beide selbstständig und immer online und arbeitend. Das ist ohne klare Auszeiten nicht gut für uns Eltern oder unser Kind. Gerade bin ich aus diesem Grund auch auf den Bauernhof meiner Mutter gefahren und werde gleich Schafe streicheln und Blumen pflücken gehen. Euch viel Spaß beim Lesen:

Eltern haben sich schon immer mit den harten Realitäten auseinandergesetzt, um ihre Kinder zu schützen. Aber unsere Kultur birgt Risiken, durch die es nicht immer leicht ist zu navigieren, weil sie keine offensichtliche Gefahr bergen. Wir nehmen sie sogar als selbstverständlich hin, während wir unseres Weges gehen.
Die größten Gefahren für unsere Kinder sind nicht die Gefahren, über die wir uns am meisten Sorgen machen, es sind nicht diejenigen, die unsere Abendnachrichten füllen, wie Entführung und Kindesmissbrauch.

Stress-Forscher glauben, dass die größte Gefahr für viele Kinder die Art und Weise ist, wie wir leben, denn sie macht alle von uns anfälliger für Gefahren, von Depressionen bis hin zu Adipositas und zu Drogenmissbrauch .
Die jährliche Stress-Umfrage der American Psychological Association (APA) hat ergeben, dass in unserer Kultur Jugendliche genauso gestresst sind, wie Erwachsene. Sie hat auch festgestellt, dass auch jüngere Kinder oft gestresster sind, als wir realisieren. Alle von uns zahlen einen hohen Preis für das Leben in unserer stressigen Gesellschaft. Alles ist hyper: hyper-stimuliert , hyper-materialistisch, hyper-sexuell , hyper-wetteifernd , hyper -beschäftigt. Kein Wunder, dass wir die meiste Zeit so besorgt sind.
Bedenkt man, wie gestresst wir uns als Eltern oft fühlen ist es sicherlich kein Wunder, dass es sogar noch schlimmer für unsere Kinder ist. Warum ist dem so? Kinder leiden unter dem gleichen vollen Terminplan, wie Erwachsene, aber es ist noch schwieriger für sie dies durch ihre unreife emotionale und intellektuelle Entwicklung zu verarbeiten. Das Kindergehirn ist noch in der Entwicklung, die Nervenbahnen entwickeln sich auf Grundlage eines täglichen Kontextes von stressbelasteter Überaktivität, aufreibenden Bildern und Überstimulierung. Forscher sind erst am Anfang, die negativen Auswirkungen dieser Prozesse auf die neurologische Entwicklung der Kinder zu verstehen.
Im Vergleich zu Erwachsenen fühlen sich Kinder machtlos gegenüber Zeitplänen, Eltern, Kollegen, Schule etc.. Sie kämpfen mit Druck, den die meisten von uns nicht hatten, von viel mehr Hausaufgaben über frühreife Peer-Kultur bis hin zum ständigen „Angestöpselt-sein“. Sie haben weniger Ruhezeiten und weniger Zugang zur Erdung der Natur.
Aber ein Widerstand gegen die Verführungen unserer Lebensweise scheint unmöglich, weil praktisch alle Eltern daran beteiligen sind. Wie viele von uns wären bereit, weit weg in ein Land ohne Bildschirm und Wecker zu ziehen und es gegen ein langsameres, friedlicheres Leben im Einklang mit den Rhythmen der Natur zu tauschen?
Auf der anderen Seite ist es unsere Aufgabe als Eltern, unsere Kinder vor den Dingen, die ihr Wohlergehen gefährden können, zu schützen  und wir müssen der harten Wahrheit ins Auge sehen, dass einiges von dem, was wir in unserer modernen Lebensweise als selbstverständlich sehen, eigentlich schädlich für unsere Kinder ist. Studien geben uns einige Hinweise, wie wir unsere Kinder schützen. Zum Beispiel:

 

1. Fahr einen Gang runter!

Die Menschen sind so konzipiert, Aufregung und Neuheit zu lieben, Stress aber tötet. Buchstäblich. Stress untergräbt unsere Geduld, unsere Fähigkeit, unser Bestes für unsere Kinder zu geben, und unsere Gesundheit. Stress macht uns hektisch und gefährdet unsere emotionale Kontrolle, so dass wir eher dazu neigen wütend zu werden. Stress sabotiert unsere Gesundheit, von unserem Immunsystem bis zu unserem Energielevel. Wenn wir ehrlich mit uns sind, können wir in der Regel sehen, wie wir unser Leben stressiger machen als es eigentlich sein müsste, indem wir einfach nicht bereit sind, zurückzustecken. Wenn Du möchtest, dass Deine Kinder sich weniger stressbelastet leben, starte mit der eigenen Entschleunigung und weniger Hetzerei. Dein Kind wird Deiner Führung zu folgen.

 

2. Widerstehe dem Impuls, den Terminplan vollzustopfen.

Alle Kinder brauchen Ruhezeiten, kreative Zeiten, Zeit zum Träumen und zum Nichtstun – und sogar zum Langweilen. Kinder müssen lernen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Sie brauchen Ruhe, um in sich hineinzuhören. So können sie entdecken, dass, wenn sie ruhig sind, unverarbeitete Emotionen an die Oberfläche kommen, sie überkommen,  sie verlassen, und gelöster und freier als vorher zurücklassen. Sie müssen lernen, ihre eigene Zeit zu strukturieren. Sie müssen verstehen, dass das Leben nicht durch eine Fülle an Aktivitäten definiert ist, sondern durch  etwas viel Größeres und Geheimnisvolleres.

 

3. Fördere die Leidenschaften Deines Kindes – ohne Druck.

Die Förderung der Kinder in ihrer Kreativität, gibt ihnen letztlich mehr Freude am Leben, als der passive Konsum einer Kultur, die von anderen kreiert wurde. Das bezieht sich nicht nur auf die Kunst; Jede Art von Talent, Fähigkeiten oder Hobby, dass ihrem Kind etwas bedeutet, wird es von Gruppenzwang, Drogenkonsum und den Extreme der Pop-Kultur abschirmen. Führe Dein Kind aber nicht vor oder drängle es nicht zum „Gewinnen“ mit seiner Leidenschaft, oder Du nimmst ihm eine Quelle der Freude und verwandelst es in eine weitere Quelle des Stresses.

 

4. Zuhören und Lachen.

Wie Erwachsene, brauchen Kinder eine Chance, einfach nur zu reden, um die Sorgen und Spannungen des Tages abzuladen. Sie sollten außerdem viel Lachen, denn das hilft, die normalen Ängste und Sorgen des täglichen Lebens zu heilen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die tägliche Routine und Alltagsorganisation zu viel Platz einnimmt, integrieren Sie feste Rituale in ihr Familienleben, wie Kuscheln jeden Morgen, oder das Mitteilen der Hochs und Tiefs des Tages am Abendbrottisch.

 

5. Bringe Deinem Kind Fähigkeiten zur Stressminderung bei.

Bringen Sie Ihrem Kind bei, dass wir alle ein Repertoire an gesunde Möglichkeiten brauchen, um Stress zu reduzieren So sind wir nicht so anfällig für den Missbrauch ungesunder Methoden, wie Essen und Alkohol. Beispielsweise ist die körperliche Aktivität eine der besten Möglichkeiten, um die Stresshormone, die im Körper zirkulieren, zu reduzieren. Eine weitere hilfreiche Technik für Kinder ist das regelmäßige Hören einer geführten Visualisierung oder Geschichte, die Tiefenatmung lehrt und speziell zur Stressregulierung konzipiert ist.

 

6. Wähle eine Schule, die Hausaufgaben minimiert.

Fast die Hälfte aller Kinder sind laut APA Studien von der Schule gestresst. Hausaufgaben sind ein großer Teil des Stresses all der Kinder, die sowieso schon den ganzen Tag in einem Klassenzimmer gesessen haben. Wenn Du eine Schule wählst, die dies minimiert, wirst Du Dein Kind dahingehend befreien, dass es mehr Zeit für die Dinge hat, die wirklich wichtig sind, um zu Lernen – spielen, selbst initiiertes Erforschen und das Verfolgen ihrer eigenen Leidenschaften.

 

7. Wähle altersgerechte Familienaktivitäten, die verbinden und nicht überstimulieren.
Wie zu häufig vergessen wir Eltern was eine Kinderseele wirklich nährt. Zum Beispiel müssen Kinder unbedingt mehr Zeit in der Natur verbringen, da das ihre Physiologie beruhigt und sie erdet. Kleine Kinder brauchen keine Filme, vor allem weil praktisch alle unpassend für sie sind. Wenn jeder Klassenkamerad über einen neuen Film spricht, kann man den sicherlich ansehen aber das ist etwas anderes, als Filme zur Alltagsroutine werden zu lassen. Für Eltern ist es oft leichter mit ihren Kindern ins Kino zu gehen, als, das Kind auf ein Abenteuer mitzunehmen, sei es eine Wanderung, Radtour oder eine Besuch im Museum.

 

8 . Lehre Medienkompetenz und begrenze „Bildschirm-Zeit“.

Die Forschung zeigt, dass Medieninhalte zu unserem Stresslevel beitragen. Sprich mit Deinem Kindern kontinuierlich über die Medieninhalte, die sie sehen. Was macht der TV-Spot mit dir? Möchtest Du ihn kaufen? Was fühlst und denkst Du dabei? Die Forschung zeigt, dass, selbst wenn wir nicht glauben, dass wir durch Werbung beeinflusst werden – und die meisten Menschen sagen, sie würden es nicht – ist es sehr wahrscheinlich, dass wir auf Grundlage ihrer Botschaften handeln. Das ist beängstigend. Aber was wirklich beängstigend ist, dass Unternehmen Milliarden für unsere Kinder ausgeben, die noch leichter Beute sind als wir.
Fernsehen sind dazu konzipiert, süchtig zu machen. Es verändert die Art und Weise, wie sich das Gehirn entwickelt. Und es ist ein sehr eloquenter und effektiver Lehrer. Es lehrt unsere Kinder, dass die wichtigsten Dinge im Leben Geld, Aussehen und Ruhm sind. Es erstickt Kreativität, senkt das Selbstwertgefühl (insbesondere bei Mädchen), und erhöht die Gewalt. Fernsehnachrichten erhöhen Stress, verursachen Alpträume, und machen Kindern mehr Angst und Sorge.
Studien zeigen, dass Erwachsene und Kinder, die TV- Nachrichten sehen, glauben die Welt sei ein gefährlicherer Ort, als sie tatsächlich ist. Wenn Du Dich dafür entscheidest die Nachrichten zu sehen,  bedeutet das aber nicht gleichzeitig, dass es für Deine Kinder das richtige ist.

 

9. Überprüfe Deine eigene Einstellung.

Wenn Du die ganze Zeit gestresst herumläufst, beklagend, wie beschäftigt Du bist, was lebst Du Deinem Kind dann vor? Stress ist nicht unvermeidlich; es ist eine Wahl. Beachte auch, wie Du mit Deinem Kind über Werte, Entscheidungen und den Sinn des Lebens diskutierst und was Du ihm in dieser Hinsicht vorlebst. Geht es im Leben darum mehr zu arbeiten um noch mehr Dinge zu kaufen? Im Wettbewerb immer „der Beste“ zu sein? Hat Dein Kind das Gefühl, etwas erreichen zu müssen, um Deiner Liebe würdig zu sein, oder ist es mehr als genug, genau so, wie es ist? Schließlich wirst Du bemerken, dass Dein Stresslevel einen großen Einfluss auf Dein Kind hat. Wenn Du gereizt bist, ist auch Dein Kind gestresst.

 

10. Bleibt miteinander verbunden.

Die meisten von sehen es als selbstverständlich an, dass Kinder lieber mit anderen Kindern zusammen sind. Aber wenn Kinder gefragt werden, sagen sie immer, sie hätten gerne, dass die Eltern mehr Zeit mit Ihnen verbringen. Betrachte dies als eine Art Versicherung Deines Kindes. Deine Anwesenheit hilft ihm, sich sicher fühlen und reduziert den Stress. In der Tat kann der wichtigste Faktor für den Schutz Deines Kindes vor Stress Deine Freude an und mit ihm sein – und die Nähe die Euch verbindet.

 

 

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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