Warum die Taufe nicht nur mit dem „lieben Gott“ zu tun hat.

Taufe und der "liebe Gott"

Acht Paten für ein Kind?

Und warum die Taufe nicht nur mit dem „lieben Gott“ zu tun hat.

Unsere Tochter Annabel hat 8 Paten zum Erstaunen Vieler an ihre Seite gestellt bekommen. Wir haben ihr ein Willkommensfest mit einer Taufe ausgerichtet und sie damit der Welt, wie wir sie unmittelbar wahrnehmen, vorgestellt. Der christliche Segen, um den wir darüber hinaus für sie gebeten haben, stellte hierbei keine untergeordnete Rolle dar. Aber es war nicht die einzige Bewegung in den Gemütern und im Raum.

Heute ist sie 17 Jahre älter, konfirmiert und darüber hinaus in einem Alter, wo man gewisse Werte sowohl hinterfragt als auch abgelegt oder auch für sich angenommen hat. D.h. auch die Paten haben sich über die vergangenen Jahre auf irgendeine Weise „geoutet“ und ihre Rolle angenommen, ausgefüllt oder auch schlicht vernachlässigt.

Auf der anderen Seite, auf der Seite der Eltern, hatte man wiederum immer wieder Gelegenheit, sich über die Funktion der Taufe als auch über die Rolle der Paten Gedanken zu machen. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen dazu und einer der gängigsten ist, das Kind solle das später selber entscheiden ob es getauft werden wolle. Darüber habe ich immer wieder nachgedacht und diese Haltung als Haltung eigentlich nie verstanden. Vielmehr erscheint es mir, als drücke man sich um diese Entscheidung, diese Positionierung innerhalb einer Gemeinschaft.

Es kann kaum eine Bürde für ein Kind sein, eine „segnende Hand“ über sich zu spüren und einen Tag der festlichen Begrüßung innerhalb der Familie und innerhalb eines Kreises ausgerichtet zu bekommen, in dem es aufwachsen soll. Man reicht das Kind zur Begrüßung und zur geordneten Wahrnehmung in den innersten Kreis. Fast wie ein archaisches Ritual und davon braucht es auch nicht weit entfernt zu sein um ernst genommen zu werden.

Für die Vielzahl der Paten und ihrer sehr unterschiedlichen Lebensläufe und Beziehungen zu uns bin ich heute mehr als dankbar. Durch diesen reichen Strauß war es möglich, dass für Annabel am Ende einer noch kindlichen Beziehung ein fester Strauß übrig blieb, von dem die Blüten und die Garnitur längst abgefallen sind, einige Stiele sind vertrocknet, aber die meisten haben ihre festen Plätze gefunden und dort Wurzeln geschlagen. Annabel hat ihren eigenen Kreis geschaffen, der ihr – solange es die einzelnen Biographien hergeben – erhalten bleibt. Was für eine schöne Ausstattung eines jungen Lebens am Start ins Erwachsenendasein.

Eine eigene Entscheidung für den christlich motivierten Weg haben wir ihr damit dennoch nicht oktroyiert. Im Gegenteil. Für die Bestätigung dieses ersten Segens musste sie sich selber aufraffen und eine Definition finden. Darüber hinaus stand ein weiteres, schönes Fest an, das sie in den Mittelpunkt stellte und ihr eine weitere Gelegenheit für die Wahrnehmung ihre Bedeutung gab. Die Konfirmation. In einem schon deutlich vergrößerten Kreis, in dem auch Freundinnen und Vettern und Cousinen, die geliebte Kindergärtnerin und auch die Inhaberin des Tante Emma Ladens von gegenüber ihre Gäste waren. Grundsätzlich scheint wohl darin ein Segen zu liegen, in dem Bedürfnis sich zu definieren.

 

Artikel von

2 Töchter, verheiratet, Inhaberin einer Agentur für Kunstvermittlung und Kulturveranstaltungen.

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