Achtsamkeit in der Erziehung. Wenn´s schwierig werden kann, wie z.B. in der Pubertät.

Wie sieht der Alltag einer Mutter mit zwei Söhnen in und vor der Pubertät aus? Eine kreative Abwechslung ist vorprogrammiert mit täglich neuen schönen bis erschreckenden Erfahrungen. Oft liegt Hochspannung in der Luft, bei, teilweise von uns Erwachsenen aus gesehenen, nichtigen Anlässen. Mal schallen tief verletzende Provokationen durch den Raum. Dann weht ein stolzer Wind durch den Alltag mit all den neuen Fähigkeiten und dem Können, was der Nachwuchs auf einmal präsentiert. Das Wechselbad der Gefühle der Pubertierenden breitet sich auf die gesamte Familie aus und kostet Kraft.

Trotz dickem Fell und reichhaltiger Lebenserfahrung bin ich sehr erleichtert und fühle mich unterstützt, wenn ich Hinweise und Hilfen von erfahrenen Menschen bekomme. Neben all den Freunden und Familienmitgliedern, die diese Lebensphase schon gemeistert haben, ist mir ein erfahrener Fachmann wie der Amerikaner Laurence Steinberg Gold wert.

In einem handlichen Taschenbuch beschreibt er in einer äußerst wertschätzenden Art 10 Gebote der Erziehung. Zunächst wäre man vielleicht abgeneigt sich mit Geboten zu befassen, doch schon die sehr einfühlsamen einführenden Seiten vermitteln, dass da wirklich ein langjähriger und erfahrener Vater und Forscher im Bereich Jugend/Adoleszenz den Eltern konstruktives für ihre Kinder und sich selber vermitteln möchte.

Sein 1. Gebot sagt, „Was Sie tun zählt“. Wie einfach und wahr mag jeder gleich denken. Er spricht im gleichen Zuge Achtsamkeit an mit der Bitte um einen achtsamen Erziehungsstil. Was ist damit gemeint?

Es geht um eine absichtsvolle und durchdachte Erziehung. Wir Eltern werden aufgerufen in Ruhe über unsere Verhalten und unsere Entscheidungen im Umgang mit unseren Kindern im Kleinen und Großen grundlegend zu überdenken. Es kann dabei äußerst hilfreich sein sich als Eltern zu besprechen oder Rat von anderen zu holen. Jedoch geht es nicht darum jede Entscheidung oder Interaktion mit unseren Kindern zwanghaft zu hinterfragen oder zur völligen Lähmung zu analysieren. Nein, Herr Steinberg ruft uns Eltern auf, sich bewusst mit den eigenen Zielen zu beschäftigen, welche Absichten wir in Bezug auf unsere Kinder haben und welche Folgen unser Verhalten für unsere Kinder haben mag. Zum Vergleich ist interessant zu bedenken, dass wir Erwachsene üblicher Weise vor allen weitreichenden und langfristigen Entscheidungen, z.B. größere Anschaffungen, berufliche Orientierung etc. uns dies genau überlegen und über Möglichkeiten informieren, bevor wir ans Werk gehen. So ist es auch mit den Kindern Großziehen, wir überlegen uns möglichst aus der Ruhe heraus die Grundausrichtung unserer Erziehung für die verschiedenen Lebensphasen unseres Nachwuchses, auch für Eventualitäten oder Alternativen. So sind wir gut aufgestellt und vermögen in stressigen Situationen, wo vielleicht schnelles Entscheiden und Handeln gefragt ist, im Rahmen unserer Grundsätze achtsame und sinnvolle Entscheidungen nach unserem Herzen und stimmig für unserer Familie treffen. Wir Mütter haben so eine gute Möglichkeit gerade im auf und ab der Pubertät bei unserer inneren Linie zu bleiben. Sei es in der Kommunikation z.B. laut werden oder nicht oder bei Entscheidungen z.B. Ausgehzeit, Thema PC-Spiel oder Alkohol bleiben wir uns und damit unseren Kindern treu. Da wir innerlich gut aufgestellt sind, haben wir dadurch Sicherheit und einen Wegweiser für schwieriges Gelände. Wir bleiben mit unserem Herzen bei unseren Kindern und verlieren nicht den Spaß bei all der Mühe.

Mein Weg der Erziehung ist noch lange nicht zu Ende gegangen, Herr Laurence Steinberg hat noch viele weitere Anregungen und Hilfen, um uns Steine aus dem Weg zu räumen, mehr dazu beim nächsten Mal!

Artikel von

2 Söhne, Dr. med., Mediatorin, Coach (FU-Berlin/INA)

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