Ein #richtigerZeitpunkt in unserem Leben gibt sich nicht immer gleich zu erkennen…

 Das ganze Leben hindurch begleitet – insbesondere – uns Frauen die Frage: was ist ein #richtigerZeitpunkt für die Entscheidungen, die wir zu treffen und zu planen haben. Sie sind bei uns besonders folgenreich, meistens für den Rest der Biographie. Drei Punkte sind dabei besonders brisant und die wollen wir uns gemeinsam einmal näher anschauen:

 

  1. Kinder: ja – nein? Und wenn ja, wann – wie viele? 
  2. Was ist Selbstverwirklichung? 
  3. Erwerbstätigkeit wann, wie viel; parallel oder nacheinander; spüre ich die „gläserne Decke“ und wenn dann: wie überwinde ich diese?

 

Ein #richtigerZeitpunkt abstrakt gesehen

Was ist ein #richtigerZeitpunkt? Kommt ein #richtigerZeitpunkt von alleine, kann man ihn planen, ist er überhaupt fassbar, ist sofort klar wenn ein #richtigerZeitpunkt da ist, überrascht er uns vielleicht, ist er ein Gefühl, ein Fakt, ein imaginäres Konstrukt? Stellt sich möglicherweise erst später heraus, das ein Zeitpunkt der richtige war? In der Mathematik ist ein Punkt unendlich klein – wann ist er vorbei? Ist er aktiv oder passiv? Gibt es einen falschen Zeitpunkt? Hat er Folgen – positiv, negativ? Ist er wiederholbar, vergleichbar, übertragbar?

Fragen fragen und hinterfragen. Ist ein #richtigerZeitpunkt ein gesellschaftliches Konstrukt oder ein in Freiheit von mir gewählter? Wie definiert man den richtigen Zeitpunkt, wie grenzt man ihn ab?

Wir Frauen, aber ganz besonders wir Mütter sind umgeben von „richtigen Zeitpunkten“ der unterschiedlichsten Art und brauchen einen kritischen Verstand, einen kühlen Kopf, ein gutes Bauchgefühl und sehr viel Selbstvertrauen, um uns unsere eigene Definition für richtige Zeitpunkte zu erschaffen.

Die Gesellschaft erwartet von uns so viel und neigt dazu uns viele „richtige Zeitpunkte“ vorzuschreiben. Mütter können schnell in einer Sackgasse landen, wenn sie nicht hochkompetent ihre eigenen „richtigen Zeitpunkte“ visualisieren, konstruieren, definieren.

 

Die ewige Suche nach dem richtigen Zeitpunkt

Es kann sehr lange dauern, bis ein #richtigerZeitpunkt erreicht ist! Dafür kann ich selbst viele Beispiele liefern. Selbst so alt wie die Emanzipationsbewegung, war in meiner Kindheit mein Hintergrund geprägt von starken und sehr erfolgreichen Frauen. Als ich später über die Diskussionen zur weiblichen Emanzipation stolperte, fragte ich mich, was die Frauen denn noch alles wollten und bei mir kam manchmal fast so etwas wie Mitleid mit den Männern auf.

Meine Schulzeit genoss ich größtenteils in alternativen Schulmodellen, was für mich eine Sozialstudie der besonderen Art war und keine Sozialisation nach dem Muster des zu dieser Zeit Üblichen. Mit 17 Jahren saß ich bei meinem von mir geliebten weisen Großvater in seinem Wohnzimmer, als er mich fragte wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Spontan antwortete ich: „Ich möchte eine große berufliche Karriere machen, werde niemals finanziell von einem Mann abhängig sein, mit 30 Jahren (das kam mir ziemlich alt vor) bekomme ich vielleicht ein Kind, ob ich den Vater dazu heirate weiß ich noch nicht.“ Mein Großvater sah mich liebevoll an, legte seine Hand auf meine und erwiderte: „Diejenigen, die so etwas am aller lautesten sagen, heiraten dann zu allererst und bekommen die allermeisten Kinder!“

#richtigerZeitpunkt – mit Großvater geteilte Zukunfts-Visionen mit 17 Jahren – MOTHERRBOOK®
#richtigerZeitpunkt – mit Großvater geteilte Zukunfts-Visionen mit 17 Jahren – MOTHERRBOOK®

Das erstaunlichste für mich war meine eigene Reaktion – ich fühlte mich auf eine merkwürdige Art irritiert, ganz tief in meinem Inneren berührt und fragte mich selbst, wie diese spontane Antwort zustande kam und hatte plötzlich zwei Bilder vor Augen: eine glückliche Kinderschar in einem wunderschönen und kreativen Umfeld, jeder entfaltet sich in sich ruhend und konzentriert und ich als Mutter mit einem warmen Herzen voller Liebe mitten drin – und als Gegensatz die elegante, coole und erfolgreiche Businessfrau, tough mit klarem Blick, hochaktiv, zielstrebig und ganz in der Umsetzung ihrer Ideen aufgehend.

Mir war schlagartig klar, dass diese beiden Bilder auf den ersten Blick kaum auf ein und die selbe Person passen könnten, jedenfalls nicht zeitgleich. Da nahm ich mir ganz fest vor mich nicht beirren zu lassen und immer aus der konkreten Situation heraus auf unabhängige Weise so zu entscheiden, wie es der Gesamtkontext erfordert, auch wenn es zunächst unkonventionell erscheint. Es gab plötzlich viele Fragezeichen und dies war der erste Moment, der mir eine Ahnung dafür gab, wie herausfordernd es ist eine Frau zu sein.

Erwachsen wurde ich zu der Zeit, als am lautesten gebrüllt wurde: „Mein Bauch gehört mir!“ Viele dramatische Geschichten gab es in meinem Umfeld dazu und viele Schwangerschaftsabbrüche – zunächst in den liberaleren Niederlanden – wurden trotz Pille und anderer Verhütungsmethoden als „notwendig“ erachtet. Trotz aller „Coolness“ habe ich beobachtet wie viele Tränen dann doch noch geflossen sind und wie lange so ein Eingriff unterschwellig fortwirkte.

Als ich schließlich nach dem Erwerb meines letzten Scheines – vor meinem Examen – schwanger wurde, war meine spontane Reaktion noch am selben Tag: ich heftete mein Studienbuch zsammen und meldete mich verbindlich zum Staatsexamen an. #richtigerZeitpunkt? – die Überlegungen dazu wollte ich erst später anstellen… Nach objektiven Kriterien war meine Vorgehensweise etwas tollkühn.

Aber: ich hatte meine große Liebe gefunden – wir wünschten uns sofort nach meinem Studium ein Kind. Wir bauten bereits an unserem gemeinsamen Wohnexperiment… und nun kam der Zeitplan und alles dazugehörige ins Wanken – es erschien als absolut nicht der #richtigeZeitpunkt!

Der Bau wurde rechtzeitig fertig, die Examenshausarbeit war kurz vor der Geburt unseres „Schreibabys“ abgegeben, kurz danach folgte eine streng durchgeplante Klausurvorbereitung trotz „Stilldemenz“ und in der Woche des ersten Geburtstages unseres Sohnes lag die letzte mündliche Prüfung. Das war das Jahr mit der diszipliniertesten Zeitplanung meines ganzen Lebens. Mein Freundeskreis wurde so lange „auf Eis gelegt“ – gute Freundschaften halten das aus. Für mich gab es ein Jahr lang nur Jurabücher und das Baby. Hin und wieder kamen stundenweise Teenager aus der Nachbarschaft, die einen netten Spaziergang mit dem Baby machten und an den Abenden trug der Vater das Baby mit einer Engelsgeduld durch unsere abgedunkelten Räume. Dieses kleine Wesen nahm sehr viel Raum ein, hatte beide Eltern im Sturm erobert und wurde ein wichtiger Teil unseres Lebens.

Das Schönste aber war: diese Lernerei wäre für mich, wenn sie mein einziger Lebensinhalt gewesen wäre, zu einer langweiligen und nervenaufreibenden Totour geworden. Diese Zeit mit dem Baby habe ich so unglaublich genossen und nur gut, dass ich noch diese anderen Verpflichtungen hatte: ich hätte mich sonst kaum mit den Blicken von diesem faszinierenden kleinen Wesen losreißen können. Mit meinem Schreibtisch am Fenster und dem Kinderwagen bei Wind und Wetter direkt davor draußen auf der Terrasse, fiel mein Blick, wenn ich nachdenkend von den Büchern aufblickte, direkt in den Kinderwagen, was mich unglaublich glücklich machte. So stellte sich im Nachhinein heraus, dass ein #richtigerZeitpunkt sich auch erst rückblickend zu erkennen geben lassen kann…

 

Es folgten noch drei weitere Kinder bei uns; ohne Kita, mit so viel Schule wie nötig und so wenig wie möglich, damit uns möglichst viel Raum für individuelle Entfaltungsmöglichkeiten blieb. Eine innige Zeit mit unglaublich vielseitigen Lerneffekten für uns alle.

#richtigerZeitpunkt – die erste Vision geschafft – MOTHERBOOK®
#richtigerZeitpunkt – erster Teil meiner Vision erledigt – MOTHERBOOK®

Der erste Teil meiner Vision mit 17 Jahren schien erfüllt – doch der zweite? Da tauchte wieder und wieder die Frage auf, ob ein #richtigerZeitpunkt auch dafür noch zu finden war… ich lernte unendlich viel und qualifizierte mich weiter, doch ein #richtigerZeitpunkt für meine zweite Vision ließ auf sich warten. Mein Leben in einer Familie mit Familienunternehmen war aufregend, vielfältig und aktiv, es verging jedoch unerwartet viel Zeit für den ersten Teil meiner Pläne mit sehr hohen Tages-, Wochen-, Jahresarbeitszeiten. Unerwartete Entwicklungen und Bedürfnisse Einzelner aus dem Familiensystem forderten meine ganze Kraft. Dazu kam die Erkenntnis für mich, dass auch ältere Kinder Phasen haben, die einen großen Zeiteinsatz der Eltern erfordern.

Schließlich nach zwei „frischen“ Hochschulqualifikationen für mich, zeitgleich mit dem Abitur des letzten Kindes, habe ich endlich nicht nur die Ideen für meine zweite Vision, sondern auch die Umstände, um den nötigen Zeiteinsatz erbringen zu können – es ist einfach ein #richtigerZeitpunkt. Mit meiner vielfältigen Lebenserfahrung, intensiv trainiert durch meine langjährige „Familien-Arbeit“, bin ich jetzt bereit als Unternehmerin (Mompreneur = Mom + Entrepreneur) den zweiten Teil meiner Berufung – als solche empfinde ich beide Felder – in die Tat umzusetzen: der Anfang ist gemacht mit der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE®

AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE®
AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® /MOTHERBOOK®

Nun beantworte ich für mich obige drei Fragen:

1. Kinder? – Ja, möglichst viele, möglichst früh, damit danach möglichst viel Zeit bleibt ohne Druck andere Aufgaben intensiv und erfüllend angehen zu können.

2. Selbstverwirklichung ist für mich in allen Lebensbereichen möglich. Wichtig ist, dass wir für uns selbst wertvolle Ziele auf authentische Weise anstreben und unser Bestes dabei geben. Der Weg dahin kann ein ganz anderer als der ursprünglich gewählte werden, wichtig ist nur die Intensität des Bemühens. Dann wird das Selbst verwirklicht.

3. Erwerbstätigkeit ist nicht das selbe wie Beruf oder Berufung. Mutter sein ist ein Beruf und wer kann schon mehrere Berufe gleichzeitig ausüben? Für mich ist es in einer großen Familie wichtig, dass Kinder die Aufmerksamkeit, Zuwendung und sichere Bindungs- und Bildungsangebote bekommen, die sie für eine optimale Entwicklung ihrer Ressourcen brauchen. Erwerbstätigkeit kann später mit dem Erfahrungsschatz aus der Familiephase Teil einer erfüllenden neuen Lebensphase werden. Dann erübrigt sich auch das Thema mit der gläsernen Decke, die viele junge Frauen zu spüren bekommen. Sie existiert dann nicht mehr – denn wer bremst eine so erfahrene und kompetente Person, die sicher nicht mehr durch Schwangerschaft und Stillzeit abgelenkt werden wird?

Die Krönung für mich: Mein erster Enkel ist da – ein weiteres Ziel für mich ist, nun so lange körperlich und geistig fit zu bleiben, bis der letzte Enkel erwachsen ist.

 

#richtigerZeitpunkt – der erste Enkel – MOTHERBOOK®
#richtigerZeitpunkt – der erste Enkel – MOTHERBOOK®

 

Wir hatte schon aus unserem MOTHERBOOK-Team zwei weitere Beiträge zum Thema #richtigerZeitpunkt aus anderen Blickwinkeln:
#richtigerZeitpunkt Kinder zu bekommen und
Du hast doch noch so viel Zeit! #richtigerZeitpunkt

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch ihr eure Gedanken zu den Fragestellungen um den #richtigenZeitpunkt uns mitteilt!

Außerdem interessieren uns Eure Überlegungen zu den drei Fragen aus diesem obigen Beitrag. Ihr könnt das gerne hier als Kommentar schreiben oder, falls ihr auch einen Blog habt, als eigenen Beitrag schreiben und den Link dazu bei uns posten.

 

 

 

 

 

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen

css.php