Eine ganz besondere Reise durch den Sommer – ohne Erwachsene

Wir leben ja bekanntlich im Zeitalter von sehr umsorgten Wunschkindern und überfürsorglichen Helikoptermüttern. Nicht selten sieht man genau so viele Eltern auf dem Klettergerüst, wie Kinder und für jedes Wehwehchen gibt es ein passendes Globuli. Umso erstaunter und beeindruckter war ich von einem Artikel, den ich am Wochenende las: „In die weite Welt hinaus“. Dieser erzählt von 7 Kindern auf einer ganz besonderen Reise durch den Sommer: „Sieben Kinder, zwölf bis 14 Jahre alt, ohne Eltern, ohne Lehrer, ohne eigenes Handy, jeder 150 Euro für knapp drei Wochen – und nur sie allein.“ Ein Experiment, welches von Schule initiert, Eltern unterstützt und Kindern geplant und durchgeführt wurde.

 

Für viele mag das ein außergewöhnlicher Gedanke sein, dass gerade die Institution Schule eine solche Idee gut findet und fördert. Wenn man sich jedoch das Konzept der evangelischen Reformschule Berlin mal anschaut, passt eine solche Sommereise perfekt dazu. „Während andere Schulen im Frontalunterricht Mathematik, Erdkunde und Sprachen durchpauken, gibt es an Brunos Schule »Lernbüros«, in denen die Schüler sich Wissen im eigenen Rhythmus erarbeiten, sowie Fächer, die »Verantwortung« heißen – und außerdem die »Herausforderung«.“

 

Auch die Eltern durften sich diesmal nicht sonderlich engagieren. Ein ganz ungewohntes Gefühl, wo doch meist schon bei der Schulanmeldung Kuchen mitgebracht und sich für den ersten Weihnachtsbasar angemeldet wird. „Sie sollen sich einmal komplett raushalten, nichts organisieren, nichts packen, keinen Kontakt haben, sobald die Kinder in den Zug steigen. Den Eltern erklärte die Rektorin, als sie die »Herausforderung« 2007 einführte, sie wolle die »schlummernden Fähigkeiten« bei den Kindern wecken. Gelerntes bleibt nur zu zehn Prozent hängen, wenn wir es lesen, zu neunzig Prozent aber, wenn wir es selbst tun, das zeigt die Hirnforschung.“

 

Wie der Alltag während der Reise so aussah, ob das Geld reichte und was gegen Heimweh hilft könnt ihr dem ausführlichen und wirklich toll geschriebenen Artikel der SZ lesen:

 

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/42375/In-die-weite-Welt-hinaus

Und mehr Bilder dazu findet ihr hier:

75181

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen

css.php