GASTBEITRAG: Stillen – so viel mehr als Nahrung

Stillen ist gesund für Körper und Geist von Mutter und Kind – Stillberaterin Anna Hofer sieht aber noch weitere Vorteile.

Stillen  – Motherbook

Stillen ist gesund für Körper und Geist von Mutter und Kind – das ist heute glücklicherweise weitgehend bekannt. Den „richtigen“ Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht, denn jedes Baby und jede Mutter ist anders.  Stillen ist auch über die ersten Wochen und Monate hinaus äußerst wertvoll und außerdem auch in schwierigen Situationen oder auch unterwegs unkompliziert in der Handhabung. Viele Frauen äußern deshalb den Wunsch nach einer dauerhaften Stillbeziehung.

Weil sie selbst oftmals nicht oder nicht lange gestillt wurden, können sie keine fundierten Informationen zum Stillen von der Generation ihrer Mütter erhalten. Unabhängig davon, wie viel Sie schon wissen, ist es ganz normal, dass eine Reihe von Fragen auftauchen, wenn Sie anfangen, Ihr Baby zu stillen.

Muttermilch ist die beste Nahrung für Ihr Baby. Sie ist perfekt auf seine ganz eigenen Bedürfnisse abgestimmt. Sie ist leicht verdaulich und deckt im ersten Lebensjahr den Bedarf an Nährstoffen und Flüssigkeit. Ihre Muttermilch ist immer und jederzeit verfügbar. Die benötigte Menge an Milch richtet sich danach, wie oft das Baby gestillt wird.

Die Zeit unmittelbar nach der Geburt wird für die Entstehung der Bindung (Bonding) als besonders sensible Phase angesehen — als eine Zeit erhöhter Empfindsamkeit. Das erste Anlegen mit Haut-zu-Haut-Kontakt nach der Geburt ist für Mutter und Kind ungemein wichtig. Neben der besonders wertvollen Vormilch (Kolostrum) wird bei jedem Stillen für Mutter und Kind das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet. Der Wahl des Ortes für Ihre Entbindung kommt deshalb eine wichtige Bedeutung zu. Schauen Sie sich genau um und stellen Sie sich die Frage, ob Ihnen und Ihrem Kind nach der Geburt die wichtige Zweisamkeit gewährt werden kann. Achten Sie zum Beispiel auch auf das Zertifikat „Babyfreundlich“ von WHO/UNICEF.

Auch nach den ersten Tagen und Wochen ist das Stillen ein wichtiger Bestandteiler Ihrer Beziehung zu Ihrem Kind. Denn Sie stillen nicht nur den Hunger Ihres Babys sondern auch sein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Stillen Sie deshalb nach Bedarf, also wann immer ihr Baby es möchte. Einen bestimmten Still-Rhythmus einhalten zu müssen gehört zu den vielen Stillmythen, von denen Sie sicher selbst schon einige gehört haben. Bedarfsgerechtes Stillen ist außerdem der wesentliche Schlüssel für eine dauerhafte Stillbeziehung. Nur so kann Ihr Körper die benötigte Milchmenge genau regulieren.

Gehen Sie ruhig und mit Gelassenheit in Ihre Stillbeziehung. Gönnen Sie sich vor Allem im Wochenbett, aber auch darüber hinaus viel Ruhe und lernen Sie Ihr Baby und das neue Leben mit ihm kennen. Geben Sie sich beiden viel Raum und Zeit für das Stillen. Je intensiver Sie sich mit ihrem Baby beschäftigen, desto besser können Sie seine Bedürfnisse erkennen und darauf eingehen.

Hebammen und Stillberaterinnen stehen Ihnen über die gesamte Stillzeit bei Fragen zur Seite und widmen sich individuell und einfühlsam den akuten Sorgen von Mutter und Kind.

Informationen zur Autorin:

Anna Hofer

Stillberatung und psychologische Beratung, Köln

www.stillbegleitung-koeln.de

 

Die Initiative „Babyfreundlich“

Die gemeinsame Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Kinderhilfswerks UNICEF setzt sich seit 1991 für die Umsetzung der B.E.St®-Kriterien und die Verbreitung des Qualitätssiegels „Babyfreundlich“ für Krankenhäuser in Deutschland ein. B.E.St® steht für „Bindung“, „Entwicklung“ und „Stillen“.

Ziel ist es, die erste Lebensphase eines Neugeborenen ganz besonders zu schützen und die Bindung zwischen Eltern und Kind, die Entwicklung der Kinder sowie das Stillen zu fördern. Eine Liste der zertifizierten Krankenhäuser findet man hier:  http://www.babyfreundlich.org/fachkraefte/initiative-babyfreundlich/ausgezeichnete-mitglieder.html

 

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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