„Mama, was ist eigentlich Zeit?“ – Kinder die Zeit erklären

Das Kind möchte gerne den Opa besuchen. Das geht aber erst übernächste Woche. Was genau das heißt, ist ihr natürlich überhaupt nicht klar. Wie lange sich etwas anfühlt, ist ja sogar für uns Erwachsene subjektiv. Das Warten auf die S-Bahn bei Nieselregen kann ewig dauern und die jährliche Steuererklärung kommt jedes Jahr viel zu schnell auf mich zu. Wie soll man also einem kleinen Mädchen die Zeit erklären?

„Zeit ist etwas , was man nicht anfassen kann oder schmecken kann.“ So logisch erklären es die Kinder im Video. Für kleine Babys definiert sich Zeit lediglich über Ereignisse (Trinken, Spazierengehen etc) und wird später über Abläufe und Routine verinnerlicht.

Mit drei Jahren erst „erobern“ sie dann die Zeit. Am Wochenende hat die Kita zu, am Dienstag ist Spielzeugtag und am Sonntag sind alle immer ganz gemütlich – so definiert sich die Zeit für sie. Sie können in etwas einschätzen, dass der Sandmann 10 Minuten geht aber das große ganze Zeitkonstrukt von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft können sie nicht erfassen. Genauso wenig verstehen sie all die Zeitbegriffe, mit denen wir alltäglich um uns schießen: warte kurz, gleich geht’s los, nur schnell fertig machen, das dauert noch etwas, übermorgen geht’s los, später kommt Tante Lene. Keine dieser Begriffe verstehen die Kinder. Mal abgehen davon, dass „gleich“ für die Tochter etwas anderes bedeutet kann als für ihre Freundin. All dies sind subjektive Zeitempfindungen. Was kann man also stattdessen tun, um die Zeit zu erklären?

 

Konkret werden

Es ist besser Zeit und Ereignisse miteinander zu verknüpfen, da die Kinder so einen Bezug finden können. „Noch zweimal schlafen, dann fahren wir zur Oma“ ist beispielsweise verständlicher als „wir fahren übermorgen zur Opa“. „Ich muss noch den Müll raus bringen, dann spielen wir“ verstehen sie besser als „ einen Moment noch, gleich spiel ich mit dir“

 

Geschichten und Märchen helfen

Geschichten, wie Momo, aber auch einige Märche,n erzählen vom älter werden und dem Verstreichen der Zeit auf teilweise schöne Art und Weise. Diese Geschichten sind aber erst etwas für Kinder im Vorschul- bzw. Schulalter da das komplexe Konzept der Zeit vorher nicht begriffen werden kann.

 

Bilder verwenden

Bei anstehenden Ereignissen kann es auch helfen diese bildlich darzustellen. So kann man die Male, die beispielsweise die Kinder schlafen müssen bis Geburtstag ist, abbilden (z.B. mit Smileys oder Uhren) und diese können dann gemeinsam durchgestrichen werden. Oder man kann einen Zeitstrahl basteln der bei Autofahren verrückt wird, so wie man dem Ziel näher kommt.

 

Dies sind nur einige kleine Alltagshilfen, die den Kleinen helfen könnten, Zeiträume besser einzuschätzen. Letztendlich ist es aber auch eine schöne Sache, dass die Kinder noch keine Sklaven der Zeit sind. Wir Erwachsenen sollten uns das hin und wieder ins Gedächtnis rufen und auch einfach mal die Zeit mit ihnen vergessen. Das kann so befreiend sein.

 

Wie macht ihr das mit Euren Kindern? Habt ihr noch tolle Tipps und Tricks? Ich bin gespannt!

 

 

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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