Steinway Klavierspiel Wettbewerb Dezember 2008 – Zwillinge als Preisträger

 

motherbook-Anna und Yoko Mizoguchi, Steinway Wettbewerb
motherbook-Anna und Yoko Mizoguchi, Steinway Wettbewerb

Steinway Klavierspiel Wettbewerb Dezember 2008 – Zwillinge als Preisträger Der Steinway Klavierspiel Wettbewerb für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren wird seit 1937 ausgerichtet. Der Wettbewerb ist nach Altersgruppen ( Gruppe A unter 11 Jahren, B 14 Jahren, und C 17 Jahren) unterteilt. Zusätzlich gibt es noch die Disziplin Duo (für vier Hände, unter 17 Jahren). Jeder Gruppe 6 Kandidaten, die von der Vorprüfung sorgfältige ausgewählt wurde, spielen vor einer Anzahl Zuschauer auf der Bühne Berlin Philharmonie Saal. Die Publikum mit dem Eintritt den Wettbewerb unterstützen.

Abgesehen von ganz wenigen, außergewöhnlichen Kindern, die die entsprechenden angeborenen Eigenschaften und den nötigen Ehrgeiz haben die benötigten Fähigkeiten aus einem eigenen Impuls aufzubringen, braucht es in der Regel noch andere Initiativen, die in den meisten Fällen wohl von den Eltern ausgehen, damit die nötige Energieleistung aufgebracht werden kann um in einem derartigen Wettbewerb zu bestehen.

Für meine Töchter Anna und Yoko (Zwillinge) war 2008 altersbedingt die letzte Gelegenheit daran teilzunehmen. Ich dachte, dass Duo gerade für Zwillinge ein idealer Anreiz wäre.

*Es sollte mir nicht um Stolz auf meine Töchter gehen und es sollte nicht zwingend sein. Ich wollte ihnen eine lebenslängliche Erinnerung an die Jugendjahre, und Freude an gemeinsamer Arbeit, die gerade für Zwillinge von Vorteil ist, schenken.
Ich habe mich selbst gefragt, ob ich die Vorstellung nicht aus Eitelkeit der Mutter, sondern aus totaler Aufrichtigkeit habe? Immer wieder habe ich mich der Selbstüberprüfung gestellt, denn der Wettbewerb, ein anspruchsvolles Niveau hat und man muss dafür schon diszipliniert und fleißig üben. Außerdem muss man für den Wettbewerb erst eine Vorauswahl bestehen.*

Dezember 2007 habe ich als Auftakt eine Kandidatin des Wettbewerbs aus Japan als Gastfamilie aufgenommen Kaoruko Arai (Preisträgerin der Gruppe B 2007). Sie ist zuerst zur Vorprüfung zu uns gekommen(November) und ein Monat später zum Wettbewerb hat sie noch einmal bei uns logiert. Anna und Yoko haben genau gesehen, wie ernst sie übt, ihre Vortragstechnik beobachtet und ihr strahlendes Gesicht gesehen, als sie Preisträgerin geworden ist.

Nach dem Wettbewerb Dezember 2007 habe ich Anna und Yoko gefragt, ob sie auch auf der Bühne der Philharmonie spielen wollen. Die Antwort war “Ja”- … und die Antwort entflammte mein Herz! Sofort habe ich angefangen Stücke zu suchen, besuchte  verschiedene Bibliotheken, um Noten zu suchen und Werke zu hören. Dann habe ich sie selbst gespielt, um das Schwierigkeitsniveau zu erfassen, den Charakter der Melodie zu erkennen und um nachzuforschen, ob ich ihren Geschmack getroffen hatte.
Nach einer stürmischen Diskussion haben die sich die Töchter für Rachmaninow und Dvorak entschieden, da man in der Vorprüfung im November zwei Stücke spielen muss. Im Januar 2008, nach der Vorprüfung, haben sie angefangen zu üben. 2008 hatten wir dadurch zwar keine Sommerferien, aber dafür bestanden sie die Vorrunde und haben dann im Wettbewerb Dezember 2008 ganz locker den Ungarischen Tanz von Dvorak gespielt und haben außerdem noch den Miele-Primus Sonderpreis bekommen.
Damit war die Geschichte für uns noch nicht zu Ende: Die Firma Miele hat sie zum Preisträger Konzert Im Januar 2009 eingeladen, sogar zweimal. Ein aufregender Auftritt!! Wir hatten schon eine Japanreise gebucht, weil wir die Weihnachtsferien dort verbringen wollten. Alle Verwandten wussten Bescheid und erwarteten unseren Besuch, also konnten wir unsere Pläne nicht ändern. Für das Konzert war einfach nicht genug Zeit übrig, um einen neue Werke einzustudieren. Glücklicherweise war Thaddäus Patzschke (Cellist, Sohn von Gabriele Patzschke, motherbook-Gründerin) einverstanden mit Yoko die Beethoven Sonate Opus 5 Nr.1 für Klavier und Violoncello zu spielen, die die beiden früher schon einstudiert hatten, um damit das Konzertprogramm zu ergänzen. Sei von Herzen bedankt Thaddäus!

Vor und nach der Japanreise, mussten sie selbstverständlich gewaltig üben für das Konzert. Aber die drei Schulfreunde(Thaddäus, Anna und Yoko)-eine fröhliche Bande-haben sich angewöhnt, jedes Mal, wenn sie zusammenkamen, zu üben; mal Schlittschuhlaufen, mal Schneeballschlacht, im Sommer auf dem Wannsee mit Schlauchboot Abenteuer spielen… Das hat uns Mütter manchmal unruhig gemacht. Aber unbesorgt- das Konzert war erfolgreich!

Aber das war nur der Anfang gewesen, denn 2009 wurden sie das ganze Jahr hindurch als Preisträgerinnen mit Thaddäus zu vielen  verschiedenen Konzerten eingeladen. Im Blindenverein, zu einem Charity-Konzert für Waisenkinder in Afrika, zu diversen Hauskonzerten etc. pp.!
2010 haben sie von ihrer Oberschule als Chor-Begleitung einen Walzer für vier Singstimmen Opus.52, Liebeslieder von Brahms, Klavier zu vier Händen bekommen. Die Chorleiterin der Schule hat extra für meine Töchter ein vierhändiges Werk gesucht, ein sehr schönes Opus.  Alles war für uns eine große Ehre und Freude.
Nun muss ich unbedingt erwähnen, dass ich noch eine wunderbare Tochter habe. Salla ist drei Jahre älter als die Zwillinge. Ich habe als Mutter ihretwegen schon Sorge gehabt, ob sie es überhaupt positiv sehen kann, wenn ihre Geschwister auf der prächtigen Bühne der Philharmonie spielen. Salla war gerade in dieser Zeit mit dem Abitur beschäftigt und ich habe so viel Zeit in den Wettbewerb investiert und ich sorgte mich, ob sie sich von mir in der für sie wichtigen Zeit ungerecht behandelt gefühlt hat.
Die Mutter von Thaddäus, eine gute Freundin von mir, war am Tag des Wettbewerbes dabei. Als sie in die Künstler-Garderobe kam, sagte sie mir als erstes “Salla hat ein strahlendes Gesicht vor Stolz auf ihre Schwestern”- mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe mich sehr bedankt bei meiner ersten Tochter Salla für ihre Toleranz und bin stolz auf ihr Selbstbewusstsein.
Ich kann nicht sagen, ob meine Inszenierung funktioniert hat. Alles ist wie im Film so schnell vergangen. Ich freue mich, wenn eines Tages die Kinder mir sagen werden: “Mama das ist eine schöne lebenslängliche Erinnerung geworden!“ Aber eine herzvolle Vergangenheit kommt immer erst am Ende des Lebens ins Bewusstsein. Ich erwarte nicht, dass schon jetzt Anerkennung aus dem Mund der Kinder kommt. Ich wünsche nur ihr Bestes. Ich liebe sie einfach unbeschreiblich und von ganzem Herzen! Sie sind das Licht meines Lebens.
Bitte hören Sie und genießen Sie die beiden. Sie haben eine sehr musikalische ausdrucksvolle wellenförmige Bewegung und davon fühlen Sie bestimmt aus tiefster Seele von sechzehnjährigen Freude und Melancholie.
Steinway Wettbewerbskonzert 2008, Gruppe Duos/Trios, Anna und Yoko Mizoguchi, Dvorak, Slawischer Tanz Op. 72.2

Miele-Primus-Preisträgerkonzert 2009
Programm:
Domenico Scarlatti, Sonate L 135, Natsumi Kuboyama – Klavier
Ludwig v. Beethoven , Sonata für Klavier und Violoncello in g-Moll, Op. 5 Nr.1, 1. Satz, Yoko Mizoguchi – Klavier, Thaddäus Patzschke – Violoncello
Sergej Rachmaninow, Walzer Op.11 Nr.4, Anna und Yoko Mizoguchi – Klavier Duo
Sergej Rachmaninow, Scherzo op. 11 Nr. 2, Anna und Yoko Mizoguchi – Klavier-Duo
Anton Dvorak, Slawische Tänze op.72 Nr.2, Anna und Yoko Mizoguchi- Klavier-Duo
Camille Saint-Saens, Allegro Appassionato op.70, Natsumi Kuboyama – Klavier
Franz List, Années de Pèlerrinage G 163, Natsumi Kuboyama – Klavier
Franz List, Etüde nach Paganini, “La Campanella”, Natsumi Kuboyama – Klavier,

✽ Natsumi Kuboyama(aus Japan) ist auch 2008 Miele-Primus Sonderpreisträgerin aus Gruppe C. Sie als 16 Jahre ihr Performance „La Campanella“ ist ausgezeichnet.
Seit dem haben wir mit ihr eng befreundet.

Artikel von

3 Töchter, Single-Mother, Pianistin, Humanistin.

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