Unsere 5 Schritte für ein bewussteres Essen

Ja auch unsere Familie hat sich ordentlich etwas vorgenommen. Wir wollen besser und gesünder essen – vor allem aber weniger und dafür gutes Fleisch. Genau, eines dieser Neujahrsvorsätze ist es geworden. Wir haben im letzten Jahr immer wieder gemerkt, wie wir Massen an Wurst und Fleisch in unserem Kühlschrank hatten aber es gar nicht mehr genießen konnten, weil wir nicht mehr ignorieren wollten, dass die Tiere mit Antibiotika und schlimmsten anderen Mist vollgestopft werden während sie unter schlimmsten Bedingungen gehalten und dann geschlachtet werden. Soweit so gut. Unser Problem bisher waren, mal abgesehen vom inneren Schweinehund, das Fehlen von Alternativen. Ich koche gerne und viel und habe dementsprechend ein paar Hände voller Gerichte. Allerdings koche ich im Alltag mit Kind auch immer ähnliche Sachen. Und wenn man dann einkaufen geht, dann kauft man einfach das, was man immer kauft. Die Pure Gewohnheit. Dies sollte nun also anders werden. Wir wollten nicht vollständig auf Fleisch verzichten (das ist mit einem Österreicher im Haus auch fast unmöglich ) Aber wir wollten bewusster Essen. Außerdem besseres Brot, regionale und saisonale Zutaten wen möglich und für meine Insulinresistenz weiterhin nach dem Logiprinzip.

 

Also los geht’s:

 

1. Inspirationen holen

Damit ich auf neue und vor allem auch vegetarische Kochideen komme habe ich angefangen alte Kochbücher zu durchforsten mir fehlende Vorratszutaten aufzuschreiben. Aber auch zwei neue Bücher habe ich mir gegönnt, die mir bisher sehr gut gefallen. Ich koche nicht gerne direkt nach Rezept aber es hilft in ein Gefühl dafür zu bekommen was da sein muss und in welche Richtung ich noch so gehen kann.

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2. Einkauf planen und Zeit nehmen

Die ersten zwei Male bin ich mit meinem Töchterchen in den Biomarkt gegangen, in den ich ehrlich gesagt nur sehr selten einen Fuß gesetzt habe. Alle schienen immer zu wissen wo alles ist, was es da so alles gibt. Außerdem schien mein Kind dauernd im Weg zu stehen während ich wie ein aufgescheuchtes Huhn die Gänge hoch und runter jagte. Und jedesmal kam ich mit vielen komischen Sachen wieder raus, zahlte ein vermögen und das Kind bekam ihren Bio-Öko-Sirup-Lolli während ich am liebsten im nächsten Späti einen Schnaps gekauft hätte. Learning: Gutüberlegtes einkaufen geht am besten alleine und in Ruhe. Man kann planen, überlegen, schnell mal heimlich googlen und nach Angeboten schauen. Es kostet immer noch ein Vermögen, aber wenigstens kann ich es danach auch essen.

 

3. Ein neues Familienritual

Ich versuche Gerichte zu kochen die  4x vegetarisch sind, 1x mit Fisch und 2x mit Fleisch. Und ich habe Glück, denn meine Tochter hilft mir gerne. Sie darf rühren, schälen auch auch schon schneiden. Das bedeutet, dass wir nun jeden Abend gemeinsam das Essen zu bereite. Mal auf die schnelle etwas zaubern geht nun nicht immer, da wir viel Neues probieren. Außerdem lernt sie gleich woraus unsere Soßen, Aufläufe, Suppen oder Salate bestehen. Wir haben meistens einen Riesenspaß und sie isst ihre selbstgemachten Sachen so viel lieber. Das belohnt alle. Wenn ich es mal nicht schaffe zu kochen essen wir gemeinsam Brote oder der Mann stellt sich hinter den Herd. Auch eine ganz neue Erfahrung für alle und eine lohnende zugleich.

 

4. Lieber weniger und dafür besser

Wenn es uns doch nach Fleisch gelüstet, kaufen wir nun (hoffentlich) gutes Biofleisch und teilen das nochmal in zwei Hälften. Die Stücke werden dafür einfach ein wenig kleiner gemacht. Wir haben festgestellt, dass meist der Hieper auf Fleisch mit ein, zwei Bissen gestillt ist. Alleine das Wissen, dass irgendwo in dem Gericht 100g Putenstreifen enthalten sind reicht uns schon aus.

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(Asiatische Gemüsepfanne mit Thunfisch)

5. Niemand ist perfekt und schummeln muss auch mal sein.

Natürlich haben wir trotzdem auch hier und da geschummelt. Nicht alles an Essen bei uns ist bio und nachhaltig und glücklich. Wir haben immer noch viel zu viel Plasteverpackungen und gehen auch manchmal Essen wo es keine glücklichen Burger oder Döner gibt. Aber wir Essen seit Anfang des Jahres bewusster, gesünder, sind weniger müde und genießen das, was wir essen viel mehr (außer mir ist ein Rezept völlig misslungen). Ich hoffe wir ziehen das weiterhin so durch und werden Stück für Stück ein bisschen besser zu uns und der Welt. Denn eines ist mir schon jetzt klar: Essen so wie wir es hier in Deutschland können ist ein wahnsinns Luxus, den ich mir und meiner Familie bieten kann.

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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