Urlaub ohne Kind vs. Urlaub mit Kind

Es ist wieder Ferienzeit. Die Urlaubsreise ist geplant und die Vorfreude ist groß. Jedoch werden Neueltern schnell feststellen, dass ein Urlaub mit Baby oder Kleinkind doch etwas anders aussieht als früher. Backpacking, Fernreisen und romantischen Get-Aways weichen Ostsee, Kinderbauernhöfen oder dem Campingplatz und auch die Organisation und der Tagesablauf gestalten sich ganz neu. Wir haben einmal zusammengefasst, was alles anders wird und warum es trotzdem sehr schön werden kann

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Packen

Ohne Kinder: Ein Rucksack oder einen Koffer pro Person reicht aus. Schnell werden der Bikini, das Handtuch, ein Paar Kleidchen und das neue Buch in den Koffer geschmissen und schon kann es losgehen.

 

Mit Kindern: Der größte Koffer ist für den Nachwuchs reserviert. Neben den vielen Wechselsachen, müssen noch 3 Packungen Windeln, die Reiseapotheke, der Kindersitz, das Reisebettchen und einige Spielsachen verstaut werden. Spätestens jetzt überlegt man sich, wie all diese Sachen überhaupt in die Wohnung gepasst haben. Die Liste wird nicht kürzer aber der Platz immer knapper.

 

Gar nicht so schlimm: Durch die gut organisierte Vorbereitung, das Listenschreiben und den durchdachten Packplan, denkt man wahrscheinlich wirklich an alles – inklusive Extra Klopapierrolle und Sonnencreme. Und weil man ja gut vorbereitet sein möchte, dürfen nun auch Dinge mit, die man sich vielleicht früher verkniffen hat.

 

Reisen

 

Ohne Kinder: Puh nach nervenaufreibenden letzten Arbeitstagen und kurzfristigen Vorbereitungen kann es endlich losgehen. Im Flieger wird schon das erste Nickerchen gemacht und beim Autofahren wird die Roadtrip Playlist laut aufgedreht. Schon die Reise selbst fühlt sich wie Urlaub an und die Vorfreude auf die nächsten Tage/Wochen macht beste Laune!

 

Mit Kindern: Nachdem Kind und Gepäck kompliziert und mittels teurem Taxi nun endlich zum Flughafen geschleppt wurde, das Sperrgepäck aufgegeben ist und jede Milchflasche und Creme von der Sicherheitskontrolle genau unter die Lupe genommen wurde, fragt man sich spätestens jetzt, warum man nicht einfach zu Hause geblieben ist. Balkonien wird definitiv unterbewertet und das eigene Bett ist doch eigentlich auch ganz gemütlich. Nun ja, den Urlaub hat man nun jedenfalls besonders verdient. Pustekuchen! Das Kind in den nächsten Flugstunden zu bespaßen und die Sitznachbarn zu beschwichtigen wird eine ganz neue Herausforderung sein. Man hätte doch Autofahren sollen. Aber auch der Zahn ist schnell gezogen: Dem Kind, wird schlecht, oder langweilig, es ist hungrig, es ist warm und vor allem eng. Die größeren wollen Kikaninchen gucken, die kleineren Kinderlieder hören (und das in der Endlosschleife) und das Baby hat sich schon zum dritten mal übergeben, weil es das Autofahren nicht mag. Da bleibt einem nicht anderes übrig als durchzuhalten bis man am Urlaubstraumziel angekommen ist.

 

Gar nicht so schlimm: Hier gibt es nur eine kleines Trostpflaster: Meist vergeht so die Reisezeit schneller als man denkt und selbst das warten an Anschlusszüge bzw -flüge oder auf Raststätten kann durch Versteckenspielen, Kuscheleinheiten und Vorlesen auch für die Eltern verkürzt werden.

 

Ausschlafen und Entspannen

 

Ohne Kinder: Endlich angekommen wird in den Entspannungsmodus geschalten. Morgens wird lange ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und überhaupt ein Gang runter gefahren. Niemand hetzt einen. Die einzigen wichtigen Termine sind die Mahlzeiten und der Sonnenuntergang, den man sich jeden Abend bei einem Gläschen Wein anschaut. Urlaub eben!

 

Mit Kindern: 6:30 Wird das Kind wach, ein bisschen früher als zu Hause, weil es schon so warm und hell ist und außerdem will die neuen Umgebung entdeckt werden. Nun hat man bis 12 Uhr Zeit etwas zu unternehmen. Danach ist Mittagschlafzeit angesagt. Man versucht zwar in Ruhe ein Buch zu lesen, nachdem man aber nun schon 20-mal den gleichen Satz angefangen hat, weil das Kind die volle Aufmerksamkeit fordert. Gibt man auf. 6 Uhr gibt es Abendbrot und wenn das Kind dann endlich im Bett ist, hat man den Sonnenuntergang auch verpasst.

 

Gar nicht so schlimm: Sonnenaufgänge sind genauso magisch, wie Sonnenuntergänge. Auch zu erleben, wie der Ferienort erst noch schläft und dann langsam aufwacht, ist einfach toll. Wenn man der erste beim Bäcker ist, bekommt man noch warme Brötchen und wenn das Kind dann Mittagsschlaf macht, dann legt man sich einfach mit hin. Man hat ja immerhin Urlaub!

 

Aktivitäten

 

Ohne Kinder: Massage und Spa, abends schick Essen gehen, am Pool oder Meer entspannen. Vielleicht auch Wildwasserrafting, abenteuerliche Segeltörns oder verrückte Nachtwanderungen. Der Urlaub ist dafür gedacht, genau das zu machen, worauf man Lust. Und wenn das Nichts ist, dann ist das auch gut.

 

Mit Kindern: Spielplätze erkunden, Streichelzoos besuchen und im Babyplanschbecken sitzen. Kleine Spaziergänge, Geschichten lesen und Vorsingen. So in etwas sieht die Freizeitgestaltung mit kleinen Kindern aus. Nicht unbedingt spannend für Mama und Papa und meistens gestalten sich diese in einer überschaubaren und ähnlichen Abfolge – tagein, tagaus.

 

Gar nicht so schlimm: Kinder sind nicht selten Türöffner um mit den Ortsansässigen  Kontakt aufzunehmen oder sich mit der Nachbarsfamilie anzufreunden. So lernt man tolle neue Menschen kennen und mehr über die örtlichen Gegebenheiten. Auch Geheimtipps werden schneller verraten. Außerdem ist dies die ideale Zeit als Familie zusammenzuwachsen. Gemeinsam die neue Welt erkunden und viel miteinander zu unternehmen. Und wenn es den Eltern doch mal reicht, dann kann ja der Papa ein paar Stunden die Kinder alleine schaukeln, während die Mama nun doch endlich das erste Kapitel des Buches zu Ende liest – und anderherum.

 

Falls Euch das doch alles zu wenig entspannend und gleichzeitig langweilig ist, dann nehmt Oma und Opa mit oder fahrt mit einer befreundeten Familie. Das wirkt Wunder!

 

Nächste Woche gibt es ein paar Tipps und Tricks, wie das Reisen mit Kindern leichter wird

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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