Was wäre wenn…ein Leben ohne Hebammen

Es wurde schon umfangreich über die empörende Situation der Hebammen berichtet, in die uns die Versicherungswirtschaft gebracht hat und aus der uns die Politik durch fehlenden Aktionismus nicht herausholen zu wollen scheint.

Ich möchte hier gar nicht im Detail ausführen, was da alles schief gelaufen ist, da andere Mütter, Väter, AutorInnen, JournalistInnen, BloggerInnen und Hebammen selbst dies schon  in vielen Beitragen ganz wunderbar dargelegt haben. Ich möchte hier lediglich einmal darüber nachdenken…Was wäre, wenn….Was wäre, wenn es irgendwann keine Hebammen mehr gibt.

 

Wenn der Hebammenberuf ausstirbt…

 

…werden wir Mütter der Geburtsortwahl beraubt. Es wird nur noch in Krankenhäusern entbunden, durch Ärzte und Schwestern, welche die ganzheitliche Betreuung einer Geburt nicht in ihrer Ausbildung lernen.

 

…werden Frauen, die nicht im Krankenhaus entbinden wollen, in Nachbarländer (wie z.B. Niederlande) zur Entbindung abwandern oder sich auf eine Entbindung in Eigenregie einlassen, die gefährlich für Mutter und Kind ist. Für die Versicherung in Zweifelsfall auch ordentlich teuer.

 

… findet Vorsorge nur noch durch den Frauenarzt statt. Alle, die gesetzlich versichert sind, wissen, wie schnell ein Arztbesuch sein kann – vor allem wenn der Andrang größer wird. Und ob sie fürsorglich sein wird, ist auch fragwürdig.

 

…wird ebenso die Nachsorge beim Frauen- bzw. Kinderarzt stattfinden. Auch die Kinderärzte werden (noch) überfüllt(er) sein. Mit einem Neugeborenen und Geburtsverletzungen beim Kinderarzt sitzen ist das Letzte, was ich mir nach der Geburt hätte vorstellen wollen.

 

…landen die frischgebackenen Eltern bei Komplikationen nach der Geburt – von Brustentzündung, über Geburtsverletzungen bis hin zu Anpassungsschwierigkeiten beim Kind – schnell im Krankenhaus, sprich der Notaufnahmen. Noch mehr Warten. Das wird ein Spaß!

 

…wird die Sterberate von Mutter und Kind steigen. Diese traurige Entwicklung ist in den USA schon jetzt zu verfolgen.

 

…geht Jahrhunderte altes Wissen verloren, welches wir uns viele Jahrzehnte später (wenn wir gemerkt haben, was für eine schlechte Entwicklung es war) mühsam wieder erarbeiten müssen. Natürlich auf Kosten der Patientinnen.

 

… wird das Zeichen gesetzt, dass Familien in unserer Gesellschaft keinen Platz und keine Priorität haben. Wir in Deutschland werden noch weniger Kinder bekommen. Die Konsequenzen kennen wir ja.

 

… Verlieren viele Frauen, viele Mütter ihren Beruf und ihre Berufung.

 

Ich muss gestehen, dass ich diese Gedankenreise ziemlich beängstigend finde. Das sind erst die ganz offensichtlichen „Was-wäre-wenns“. Viele Folgen sind uns vielleicht noch gar nicht bewusst.

 

Schlussendlich sollten wir uns alle aber vor allem die Frage stellen, wie wir unsere Töchter und Enkeltöchter versorgt wissen wollen, wenn sie Mutter werden und unsere Nachkommen in die Welt setzen.

 

Wer die Petition noch nicht unterschrieben hat sollte das dringend tun. Es fehlen noch knapp 700 Stimmen, die bis Mitte April abgegeben werden müssen.

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_12/Petition_50667.nc.html

 

Auch habe ich hier ein paar Links zusammengesucht, die sich ausführlich mit dieser Thematik auseinander setzen.

http://www.hebammenblog.de/hebammenprotest-elternprotest-was-du-tun-kannst/

http://www.zockt.com/vonguteneltern/?p=1308

https://www.facebook.com/pages/HEBAMMENPROTEST/111496202215223

http://mom.brigitte.de/mitfuehlen/protestaktion-hebammen-1193883/

http://www.hebammenfuerdeutschland.de/protest

http://www.arte.tv/de/eine-geburt-ist-nicht-versicherbar/7780348,CmC=7767016.html

http://www.nora-imlau.de/2014/02/mein-offener-brief-an-unsere-familienministerin/

http://www.hebammenunterstuetzung.de/

http://geborgen-wachsen.de/2014/02/17/warum-ich-mich-nicht-nur-fuer-meine-hebamme-einsetze-sondern-fuer-mich/

http://geborgen-wachsen.de/2013/11/19/geborgene-schwangerschaft-ade-warum-wir-freie-hebammen-brauchen/

http://www.hebammenfuerdeutschland.de/protest

 

 

 

 

 

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

Ein Kommentar

  1. Mittsommar
    Mittsommar at | | Rückmeldung abgeben

    Schöner Artikel! Ich kann mir noch vorstellen, dass viele Frauen aufgrund falsch durchgeführter oder fehlender Rückbildungsgymnastik mit Spätfolgen zu tun haben werden. Beispielsweise Inkontinenz. Was wiederum dazu führen könnte, dass sich noch weniger Frauen für Kinder entscheiden.

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