Wenn nichts mehr läuft, wie es soll

Es gibt Tage oder gar Wochen an denen alles rund läuft. Das Kind geht gern in die Kita, ich habe meine Todos im Blick. Ich bin fit und produktiv. Alles ist organisiert. Der Kühlschrank ist voll und genug Toilettenpapier ziert das Bad. Und man denkt: Alles ist möglich. Ich schaffe das schon mit Beruf und Kind und Haushalt und überhaupt ist unser Konstrukt eine gutgeölte Maschine.

 

Dann plötzlich schafft man es nicht pünktlich in die Kita, wegen eines Termins. Das Kind ist aber angeschlagen und will nur noch bei Mama sein. Es gibt mehrfach in der Woche Fischstäbchen mit Mischgemüse oder einfach Rührei, weil das mit dem Einkaufen mit dem nörgeligen Kind keine Option ist. Ich verschwitze Termine, weil ich sie vergessen habe in den Kalender einzutragen. Der Mann hat, logisch, eine Deadline und muss richtig viel arbeiten. Auf einmal merke ich, wie unglaublich empfindlich unser gut geöltes Konstrukt ist. Das oft ein kleiner Windhauch an unglücklichen Ereignissen alles durcheinander bringen kann.

 

Nicht funktioniert mehr und die ursprüngliche organisatorische Meisterleistung ist einfach dahin. Ich bin ratlos und weiß nicht wo ich anfangen soll. Ich muss meine Arbeit nachholen, das Kind braucht mich aber auch. Immerhin bin ich doch in erster Linie Mutter. Aber einfach alles stehen und liegen lassen kann ich auch nicht. So versuche ich mit dem Kind zu puzzeln während ich schnell noch eine Email schreibe. Ich hole die Arbeit nachts nach. Solange ich die Augen offen halten kann. Das macht sich schnell bemerkbar. Ich bin müde und nun auch angeschlagen und wünsche mir sehnlichst Großeltern in unserer Nähe. Ich schaffe das notwendige Pensum nicht und habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Tochter vor den Fernseher setzte, weil ich doch dringend duschen muss. Ohne sie. Alleine im Bad. Kurz nur für mich.

 

Das sind meist Zyklen in denen unser Familien- und das eng damit verknüpfte Berufsleben mal gut und mal schlecht funktioniert. Meist dauert die Phase, in der es nicht so gut ist, gar nicht so lange. Aber wieder zu der surrenden gut geölten Maschine zu kommen ist jedes Mal ein Kraftakt und braucht seine Zeit. Am Anfang fragt man sich wie das alles wieder funktionieren soll, ob es überhaupt funktionieren kann und womit man denn in diesem Chaos verdammt nochmal anfangen soll. Ich habe damit angefangen mal wieder Klopapier zu kaufen, mit meiner Tochter spazieren zu gehen und diesen Blogartikel zu schreiben. Alles andere wird folgen.

_ADA9798

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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