Alle Kinder brauchen Regeln und Grenzen

Freiheiten und GrenzenWo liegen die Freiheiten und Grenzen?

Der Lauf der vergangen Wochen mit Weihnachtszeit, Jahreswechsel und Ferien brachte immer wieder neue herausfordernde Fragen meiner Söhne auf. „Ich möchte genauso lange ausgehen wie meine Freunde“, meint mein 15-Jähriger und damit eine Zeit weit nach Mitternacht. „Meine Klassenkameraden dürfen viel länger als ich am Computer spielen“, wiederholt mein nun frisch gewordener 12-Jähriger im regelmäßigen Rhythmus.

Da bin ich als Mutter gefragt! Wie viel lasse ich zu und wo setze ich Grenzen?  Ich habe ja mein ganzheitliches Konzept für meinen Sohn im Kopf und im Herzen, womit ich über den aktuellen Tellerrand hinaus sehen vermag und möchte.

Wenn ich Laurence Steinbergs Buch über die 10 Gebote der Erziehung ziemlich in der Mitte aufschlage, sehe ich sein fünftes Gebot: „Stellen Sie Regeln auf und setzen Sie Grenzen.“

Er meint, das Wichtigste was Kinder von ihren Eltern brauchen sei Liebe, aber auf dem zweiten Platz folge im geringen Abstand Struktur.

Aha, denke ich, damit trifft er genau meine tägliche Herausforderung!

Herr Steinberg beschreibt, dass viele Eltern sich scheuen würden, ihren Kindern Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen. Sie würden sich in ihre Kinder hinein versetzen und vorstellen, wie es wäre, wenn einem andere ständig sagten, was man tun und lassen solle. Weil die Eltern sich als Erwachsene schlecht damit fühlen würden, wenn andere ihnen Beschränkungen auferlegen, meinen sie, ihren Kindern gehe es genauso.

Das klingt für mich logisch und vertraut aus Elternstimmen meines Umfeldes. Da höre ich auch immer wieder Eltern, die sehr streng, teils strafend aufgewachsen waren und nun ihre Kinder ganz anders mit vielen Freiheiten erziehen wollen und ihnen als Erwachsene begegnen.

Ich stehe oft im Vergleich zu anderen Eltern als die „Strenge“ und „Konservative“ aus der Sicht meiner Söhne da, obgleich ich das Gefühl habe verantwortungsbewusst, unterstützend und mit mir stimmig zu handeln.

Im weiteren erläutert Herr Steinberg seine Meinung damit, dass eine Struktur Kindern Sicherheit geben würde. Darüber hinaus würden Kinder durch das Einhalten von Regeln mit der Zeit lernen, ihr Verhalten zu steuern und damit sich selbst zu kontrollieren, was ja für einen reifen erwachsenen Menschen eine äußerst positive und beziehungsförderliche Eigenschaft darstellt. Also nur mit äußerer Kontrolle könne sich im Verlauf eine innere Selbstkontrolle und Selbstsicherheit entwickeln.

Mit anderen Worten gesagt: würden die Regeln, die Ihr Kind von Ihnen lernt, Einfluss auf die Maßstäbe haben, die es sich später selber setzt.

Nun ja, dies ist ein eindeutiges Postulat für Regeln und Struktur, aber wie viel davon und wo die Grenze setzen?

Zunächst beruhigt Herr Steinberg uns Eltern damit, wir sollen uns keine Sorgen machen, dass sich unsere Kinder kontrolliert und eingeschränkt fühlen könnten. Denn wenn wir das Verhalten unserer Kinder nicht in Bahnen lenkten solang sie klein sind, würden sie als junge Menschen Probleme haben, ohne Hilfe von außen das eigene Leben zu regeln. Und darüber sollten wir uns eher Gedanken machen!

Zum Wie? lade ich Sie ein, im nächsten Kapitel über Strenge und Gerechtigkeit zu lesen.

Artikel von

2 Söhne, Dr. med., Mediatorin, Coach (FU-Berlin/INA)

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