Mein Konzert am Muttertag und was ich mit meinen Kindern gelernt habe

Purcell-Consortium-Berlin, Konzert am Muttertag

Muttertag zelebrieren oder nicht?

Der Muttertag hatte für mich in meiner Kindheit eine große Bedeutung. Wir drei Geschwister fuhren im Morgengrauen mit den Fahrrädern zum Stadtwald und brachten unserer Mutter den schönsten Blumenstrauß mit, den wir am Wegesrand zusammenstellen konnten. Wir wetteiferten in jedem Jahr um die schönsten und originellsten Ideen und unsere Mutter war ziemlich gerührt…

Meine Kinder setzen diesen Brauch fort und auch ich bin jedes Jahr ziemlich gerührt…

Den Muttertag zu zelebrieren liebe ich einfach – ich reflektiere meine Zeit mit den Kindern und es herrscht für mich ein Thema an diesem Tag vor: Dankbarkeit.

 

Muttertag ein Fest der Dankbarkeit, besonders für uns Mütter

Dankbarkeit meinen Kindern gegenüber für alles, was ich mit ihnen und durch sie erleben und lernen durfte. Das ist sehr viel und wird jeden Tag mehr.

Seit einigen Jahren spielen wir mit unserem Purcell-Consortium-Berlin ein Muttertagskonzert. Dieses Ensemble hatten wir vor 10 Jahren mit einer befreundeten Geigerin gegründet. Es hatte sich günstig ergeben, dass einige Kinder der Orchestermitglieder Musik studierten und zunächst während ihrer Studienzeit damit begannen, mehrfach mit uns zusammen ein Solo zu spielen.

So auch eine meiner Töchter… man kann sich kaum vorstellen, was für ein zauberhaftes Gefühl es für eine Mutter ist, zusammen mit seinem eigenen Kind ein Konzert vorzubereiten und dann auch zu spielen.

 

Was ich mit meinen Kindern gelernt habe

Es war nicht vorgezeichnet, dass ich als Erwachsene bei Konzerten mitspielen würde. Als Kind hatte ich einen weiten Interessenhorizont, konnte und wollte mich nur ungern auf einzelne Themen spezialisieren…

Zum Studium nach Berlin zog ich ohne Geige.

Dann kamen meine vier Kinder wie “die Orgelpfeifen” und ich suchte nach einer Aktivität für unseren ganzen Clan, die wir gemeinsam ausüben könnten.

Primus begann als Hauptinstrument mit dem Klavier. Secunda wollte das zunächst auch, spezialisierte sich aber später – nach einer Geigenepisode – auf Querflöte. Tertia wollte von Anfang an Geige spielen, was sie auch bevor sie fünf Jahre alt wurde durchsetzte. Sie hatte beobachtet, dass ich jeden Tag den großen Geschwistern viel Aufmerksamkeit widmete, wenn sie übten. Diese “Luxuszeit” exclusiv mit Mama wollte sie auch und drängelte schon früh in Richtung: “Wann darf ich endlich auch ein Instrument spielen?”

Quartus hatte sich schon früh bei einem Hauskonzert bei uns in das Cello verliebt und wollte unbedingt schon mir vier Jahren damit beginnen, aber wir haben erst “nachgegeben”, als er fast fünf Jahre alt war. Er hatte auch hinsichtlich der Lehrerwahl sehr feste Vorstellungen und lehnte mehrere Vorschläge unserseits ab. Die Cello-Lehrerin, die er schließlich akzeptierte, schloss er in sein Herz und hatte 15(!) Jahre Unterricht bei ihr… sie kam jeden Montag zu uns nachhause und wurde zu einem wichtigen Bestandteil unseres “Clans”.

Durch die Koordination der diversen Unterrichtseinheiten und die Betreuung ungezählter Musikstücke, die von den Kindern im Laufe der Jahre einstudiert wurden, habe ich unendlich viel über Musik gelernt: Harmonielehre, Rhythmussicherheit, Interpretationsvarianten und noch soooo viel mehr – in über mehr als 20 Jahre bei der täglichen Betreuung unseres “Quartetts”…

Dafür bin ich unendlich dankbar!!

 

Mein Muttertagskonzert

Nun sind alle Kinder groß und sie haben meine Liebe zur Musik so angefacht, dass ich nun schon seit mehr als 10 Jahren regelmässig bei den Konzerten des Purcelle-Consortium-Berlin mitspiele. Da unser nächstes Konzert am Muttertag sein wird, nehme ich diesen als Anlass über meine Rolle in der Musik für unserem Clan zu reflektieren. Ich bin keine “Tiger-Mutter”. Meine Kinder sollten möglichst ohne Stress und mit viel Liebe die Dinge tun, die sie sich selbst ausgesucht hatten.

Eines der größten Komplimente, welches mir meine Tochter mit dem Musikstudium gemacht hat, kam für mich völlig überraschend. Sie meinte der größte Vorteil meiner Erziehung sei gewesen, dass ich niemals meine Kinder zum Üben ermahnt hätte und sie dadurch freiwillig geübt hätte… Das habe ich ganz anders in Erinnerung…

Ich habe immer großen Wert darauf gelegt, dass alle Kinder täglich ihre Instrumente üben. Ich habe immer versucht alle Kinder mit konstruktivem Motivieren in ihrem Tagesablauf zu begleiten, so dass sie ihre Aufgaben nicht aus dem Blick verlieren. Zugunsten irgendwelcher Musikprojekte, an denen sie teilnahmen, durften sie auch mal schulische oder auch Familien Pflichten “reduzieren”. “Du musst noch üben!” habe ich wirklich nie gesagt, auch wenn es mir manchmal schwer gefallen ist.

Unser Muttertagskonzert werde ich sehr genießen: wir haben zwei wunderbare junge Solisten, hochkompetente Musiker, die es verstehen uns mitzureißen. Es lohnt sich für jeden, der sich am Muttertag  – vielleicht mit seiner Mutter oder/und seinen Kindern zusammen – zu uns auf den Weg macht …

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4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Ein Kommentar

  1. GROSSARTIG, liebe Gabi, lieber Jürgen !!! Nur: Wir sind nicht in Berlin!! Habt ein wunderbares, erlebnisreiches und kommúnikatives konzertierendes Miteinander !!! Gernot U. Beatrice

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