Muttertag im Rollenwechsel

Muttertag - Motherbook

Über den Sinn und Zweck des Muttertags kann man lange diskutieren. – In meiner Familie hat er jedoch einen festen Platz und ich liebe diesen Tag schon seit ich selbst ein kleines Kind war.

— Meine Brüder und ich sind in jedem Jahr am Muttertag im Morgengrauen aufgestanden und mit einer Gartenschere zum Stadtwald geradelt, der über und über in den schönsten Farben leuchtete von den vielen blühenden Pflanzen überall. Jeder von uns pflückte den schönsten Strauß der möglich war in unterschiedlichster Größe und es wurde jedes Mal ein kleiner interner Wettbewerb. Jeder bewunderte die charakteristischen Kunstwerke der anderen und es entwickelte sich zwischen uns Geschwistern eine kreative, ja fast verschworene Stimmung. Zuhause angekommen bereiteten wir leise, leise ein perfektes Frühstück vor und unsere Mutter war jedes Mal zu Tränen gerührt, auch wenn wir in Entwicklungsphasen steckten, die nicht gerade auf Konsens mit den Eltern ausgerichtet waren.

— Diese Gewohnheit haben meine vier Kinder bei uns fortgesetzt und bringen mich regelmäßig zu einem glücklichen Strahlen und ich bin wirklich verzückt über diese liebenswerte Geste – ohne Tränen. Heute ist mein 30. (!!!) Muttertag und ich bin sehr gespannt, was mich erwartet – angekündigt ist ein von den Kindern zubereitetes Festmahl mit Spargel, weil ich diesen so liebe…

— Aber in diesem Jahr ist alles anders! Mein Blickwinkel verändert sich plötzlich und absolut unerwartet. Ich denke auf eine völlig neue Art über meine mir so vertraute und geliebte Rolle nach. Alle Kinder sind groß und seit der Jüngste Abitur gemacht hatte, fing ich an mit großem Genuss wieder mehr an mich und meine eigenen Bedürfnisse zu denken: ich fühle mich im „besten Alter“, bin fit und gesund und mein Tatendrang fokussiert sich auf all’ diejenigen Dinge, die in den vielen „Kinderjahren“ warten mussten, weil die den Umständen und meinen Ansprüchen geschuldete Prioritätenliste sie weiter nach hinten geschoben hatten, obwohl sie wichtig für mich waren.

— So habe ich meine neue Freiheit sehr genossen und dachte: diese neue Rolle gefällt mir und das bleibt jetzt so für langen Zeit… Weit gefehlt!! Anfang des Jahres ahnte ich schon flüchtig und unbedarft, was seit einigen Wochen Gewissheit ist: das erste Enkelkind hat sich auf den Weg in unsere Familie gemacht!!! Nie hätte ich geglaubt wie einschneidend diese Tatsache sein kann und wie sich mein Selbstverständnis dadurch verändern würde. Plötzlich fühle ich mich in meiner Entwicklung in einer neuen Dimension und denke auf eine völlig neue Art über Familie, Mütter, Väter, Kinder, Großeltern und Generationen nach. Meine eigenen Muttererfahrungen und die riesengroße Menge des als Mutter Gelernten, hat eine neue Gewichtung und Position bekommen.

Muttersein bedeutet „lebenslänglich“, aber auch Großmutter werden ist eine ungeheuer reizvolle Perspektive. Da wächst ein Wesen heran, was man vom ersten Augenblick an liebt und das sich spätestens vom ersten Ultraschallbild an als unfassbare Realität in unser Großfamilienleben einbringt.

Völlig unerwartet ist die Art, wie das Umfeld mit dieser neuen Tatsache umgeht. In einem Land mit einer der niedrigsten Geburtenraten überhaupt, löst schon allein ein gepostetes Ultraschallfoto von hunderten von „Freunden“ Reaktionen aus, die man kaum nach der Geburt eines Kindes  erwartet hätte – und das zu einem Zeitpunkt, als theoretisch fast noch eine Abtreibung möglich gewesen wäre… wenn das nicht eine Lawine von Geburten nach sich zieht, verstehe ich das nicht! Da bin ich ungeheuer gespannt! In der Gruppe der jungen Erwachsenen scheint eine sehr positive Haltung gegenüber Kindern und stark ausgeprägter Kinderwunsch verbreitet zu sein.

Das empfinde ich als ein sehr positives Signal für die Zukunft!

 

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4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

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