Schluss mit dem Kind-Krank-Teufelskreis in der Kita!

Sick teddy bear - Kranker Teddybär

Alle Eltern von Kita-Kindern kennen das sicherlich: Man bringt am Montag sein gesundes Kind in die Kita und schon am Dienstag holt man es fiebrig und total krank ab. Dann bleibt es bis Ende der Woche zu Hause. Damit es sich auch richtig erholt. Am Montag geht dasselbe Spiel wieder von vorne los. Die Rotznasen, grippalen Infekte, Magen Darm Viren und Husten ziehen sich ganz konsequent durch unseren Berliner Winter, wie das Wegbleiben von Schnee oder schlechtgelaunte Mitmenschen in der Bahn. Irgendwann erwischt es natürlich auch die Erzieher und die Kita ist schon Anfang des Jahres chronisch unterbesetzt. Die Betreuung kann nur noch zu bestimmten Zeiten aufrecht erhalten werden und alle arbeitenden Eltern bekommen Schnappatmung. Spätestens Ende Januar ist man erschöpft und auch sauer. Sauer auf den doofen Winter, die anderen Eltern, die Kita und überhaupt auf alle Viren die es sich ausgerechnet bei meinem Kind  so wohl fühlen.

 

Als ich also diesen Montag mit meinem Töchterchen in der Kita ankam und einen Haufen verrotzter, fiebernder und hustender Kinder antreffe, wäre mir fast die Hutschnur geplatzt. Dann frage ich mich, warum die anderen Eltern ihren Kindern nicht die Zeit und Ruhe zur Genesung gönnen, warum sie andere Kinder und Betreuer automatisch der Gefahr aussetzen auch krank zu werden? Dabei wäre es dich so einfach. Man lässt die Kinder wieder richtig gesund werden. Dann kommen sie topfit und mit gestärktem Immunsystem in die Kita und die Kita kann auch Stück für Stück genesen. Die Kinder sind weniger anfällig, die Erzieher nicht völlig am Ende, die Betreuungszeiten garantiert und alle sind zufrieden.

Dass dann hin und wieder eine Familie in den sauren Apfel beißen muss, um Kind-Krank-Tage zu nehmen, dass ist doch selbstverständlich und Teil des „Eltern-Sein-Deals“. Deswegen ist die bitte einer erschöpften und angesäuerten Mama an alle Eltern, die überlegen ob das angeschlagene Kind in die Kita sollte oder nicht: Gebt den kleinen Würmern die Zeit sich auszukurieren, gebt Euch die Zeit als Familie gemeinsam auch mal krank zu sein und zu entschleunigen. Und bitte denkt an die anderen Familien die ihr mit Eurem kranken Kind in der Kita in den doofen Krankwerden-sein-bleiben Strudel mit reinzieht. Wir müssen alle noch bis zum Frühjahr aushalten und gemeinsam und gesund schaffen wir es bestimmt ohne kollektiven Nervenzusammenbruch. So ich gehe mir jetzt ein paar Frühjahrsblumen kaufen, um mich daran zu erinnern dass das Familienleben in Berlin bald auch  wieder Spaß machen wird.

 

Nun kenne ich natürlich nur die Situation meiner Kita und es würde mich sehr interessieren, wie ihr die langen Krankheitsphasen in Eurer Kita handhabt? Habt ihr besondere Regeln?  Ich bin gespannt auf Eure Antworten!

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

5 Kommentare

  1. bernoi at | | Rückmeldung abgeben

    Bin selbst Familienvater von 2 Kindern (6 Jahre / 1,5 Jahre) und kenne das nur zu gut, ich bin im Schichtdienst arbeiten und meine Frau ist selbstständig mit eiscafe. Im Vordergrund zu der ständigen Erreichbarkeit als Arbeitnehmer und als Selbstständige mit dem Gedanken, stets Umsatz zu erwirtschaften, damit man leben kann, soll man als erstes an die Gesundheit der eigenen Kinder denken. Ich finde es auch von Eltern, die nicht im Arbeitsleben mit Beruf stehen, verantwortungslos und egoistisch, die kranken Kinder trotzdem in die Einrichtung (Kita, Schule) zu geben. Bisher hatten wir Glück, dass unsere Kinder selten krank waren, aber jetzt habe ich kein schlechtes Gewissen mehr kindkrank zu sein, mein Arbeitgeber muss dass tolerieren und sorgt dann irgendwie schon für Ersatz. Letztes Jahr hatte unser Bub eine schwere Bronchitis noch nicht richtig auskuriert , wir hatten ihn zu zeitig wieder in die Schule geschickt und dann war er nach dem Schulsport so richtig schlimm krank, mit Atemnot und Dauerhusten sonntag nachts in die Notaufnahme. Als Eltern sollte man nicht verantwortungsvoll für seinen Arbeitgeber sein sondern für sein Kind , andere Kinder und die Mitarbeiter in Schule und Kita.

  2. Erzieherin 25 at | | Rückmeldung abgeben

    Hallo Liebe Ulrike und natürlich auch alle Leser =)
    du hast es total auf den Punkt getroffen! Ich selbst bin zwar noch keine Mutter, aber Erzieherin in einer Kindertagesstätte. Genauso sieht die Situation in den Kitas aus. Manche Eltern beschweren sich bei uns Erziehern, warum kranke Kinder in der Kita sind, auf der anderen Seite beschweren sich Eltern, wenn wir sagen, dass ihr Kind bitte nach Hause gehört, da es krank ist. Wir können die Eltern leider nur bitten, ihrem kranken Kind eine Auszeit zu gönnen um gesund zu werden, allerdings nicht anordnen. Ich finde die Gesundheit ist das wichtigste Gut, was ein Mensch hat und wenn wir Erwachsene krank sind, gehen wir auch nicht arbeiten, bei den Kindern ist es ja aber nicht so schlimm…(sie haben ja nur leichten Schnupfen und Husten…bekomme ich ganz oft zu hören)
    Genau so beginnt der Kreislauf und die Erzieher schleppen sich auch krank zur Arbeit, weil man die Kollegin, die auch schon am kränkeln ist nicht noch mehr belasten möchte. Bis es gar nicht mehr geht und man sich doch zum Arzt begibt, zur Last der “gesunden” Erzieherin, die alle Aufgaben der Kranken noch übernehmen muss und aber bitte alle Angebote und Aktionen mit den Kindern aufrecht erhalten soll. Das kostet echt viele Nerven und ich kann euch nur sagen, dass die Erzieherin in dieser Zeit echt auf dem Zahnfleisch gehen!
    Also bitte tut euren Kindern und eurer Kita den Gefallen und lasst eure Kinder so lange zu Hause, bis die Krankheit auskuriert ist!
    Vielen Dank =)

  3. Sven at | | Rückmeldung abgeben

    Das kannten wir nur zu gut. Zum einen durch – bei uns den Kindergarten – zum anderen gaben sich unsere Zwillinge im ersten Kindergartenjahr die Klinke mit Erkältungen in die Hand. Durch den Vorkindergarten waren wir noch verwöhnt, doch das erste Kiga-Jahr war mehr als anstrengend. Für alle Seiten.
    Ich kann es nur abnicken – wann immer es möglich ist, erholen sich die Kleinen am besten und schnellsten zu Hause…

  4. Tina at | | Rückmeldung abgeben

    Hallo,
    ihr habt schon Recht, dass Kinder zu Hause gesund werden sollten, aber ich bzw. wir haben ja nicht unendlich viele Krankentage! Unser Sohn ist jetzt 1,5 Jahre alt und jede Woche ist was anderes… Fieber, Bindehautentzündung, Halsschmerzen etc. Dazu kommt, dass mein Mann letzte Woche eine Bronchitis hatte und sich zusätzlich um den Kleinen kümmern musste… diese Woche liege ich flach mit Fieber etc. Und wir mussten ihn schon wieder mit Fieber abholen… ich weiß ja, dass sie erstmal alles mitnehmen, aber wenn jede Woche oder alle 2 Wochen etwas ist guckt sich das der Arbeitgeber auch nicht mehr lange mit an. Kinder hier und da, trotzdem hat Deutschland kein Verständnis dafür!

    1. Gabriele Patzschke at | | Rückmeldung abgeben

      Genau das ist der Punkt: kleine Kinder brauchen Zeit, um sich ein solides Immunsystem aufzubauen. Das ist in einer Kita nur möglich durch viele Infekte, was ganz normal ist… diese Zeit MÜSSEN die Gesellschaft und die Arbeitgeber den Eltern zugestehen, denn irgendwann hört diese Phase auf und das Kind wird stabil. Das dauert sehr unterschiedlich lange! Ein krankes Kind braucht sein “Nest” als Rückzugsort, um sich zu stabilisieren. Die Eltern eines Kleinkindes werden von allen Seiten unter Druck gesetzt und dabei vergisst man: diese Phase mit anfälligen Kindern ist auf das ganze Leben gesehen sehr kurz! Schließlich brauchen wir jedes Kind für die Stabilität unserer Rentenkassen – das sollte den Eltern hoch angerechnet werden.

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